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Interview mit unserer Alumna Klara Elif Jungermann

Klara ist als Senior Associate bei PwC tätig und studiert berufsbegleitend ihren zweiten Master.

Wo bin ich & was mache ich?
Nach meinem Bachelorstudium BWL – Wirtschaft neu denken an der Alanus Hochschule habe ich mich für die Wirtschaftsprüfung entschieden und bin seit etwas mehr als vier Jahren in der Kölner Niederlassung der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig. Mein Arbeitgeber bietet sehr viele unterschiedliche spannende Tätigkeitsfelder. Mittlerweile bin ich Senior Associate und prüfe im Wesentlichen, gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen, interne Kontrollsysteme sowie Konzern- und Einzelabschlüsse nach HGB (Handelsgesetztbuch) und IFRS (International Financial Reporting Standards).
Im Oktober 2018 habe ich berufsbegleitend ein zweites Masterstudium begonnen und studiere Philosophy, Politics and Economics an der Universität Witten/Herdecke.

Meine Tätigkeit in der Wirtschaftsprüfung bereitet mir aus verschiedenen Gründen viel Freude. Zum einen erfordert sie fundiertes Fachwissen. Da sich die Welt, deren Rechnungslegungsvorschriften und die IT-Landschaft stetig weiterentwickeln, lerne ich täglich neue Dinge. Verschiedene Mandanten und unterschiedliche Gesellschaften eröffnen mir immer wieder neue Einblicke in das operative Wirtschaftsgeschehen. Dadurch ergeben sich für mich laufend neue Perspektiven – nicht nur auf spezifische fachliche Sachverhalte, sondern insbesondere auf das Wirtschaftssystem als Ganzes.

Abgesehen von den vielseitigen inhaltlichen Aspekten und der stetigen Weiterentwicklung des individuellen fachlichen Profils schätze ich die sozialen Aspekte meiner Tätigkeit ganz besonders. Ich durfte früh Verantwortung übernehmen und kann sehr eigenständig arbeiten. Zudem komme ich viel rum und lerne dadurch immer wieder neue spannende Menschen kennen.
Ich genieße es, in und mit wechselnden Teams zusammenzuarbeiten. Durch den Projektcharakter meiner Arbeit sind im Rahmen der Prüfungsplanung besonders organisatorische Aspekte entscheidend. Hier geht keiner stur nur seinen eigenen Aufgaben nach – im Gegenteil: Wir arbeiten eng im Team zusammen, kommunizieren viel und unterstützen uns gegenseitig. Zudem kann ich mein Wissen und meine Erfahrung an neue Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Das macht Spaß, zumal ich mich durch die aufkommenden Fragen immer wieder selbst reflektiere.


Wie kam ich hierhin?
Im Oktober 2015 bin ich als Associate in die Wirtschaftsprüfung bei PwC eingestiegen, unmittelbar nach meinem betriebswirtschaftlichen Bachelorstudium an der Alanus Hochschule. Gerade vor dem Hintergrund meiner Spezialisierung in Social Banking und Social Finance wollte ich der Fragestellung nachgehen, wie in der Wirtschaft Transparenz und Vertrauen für die Gesellschaft hergestellt wird. Zudem haben mich damals wie heute Finanzen und Finanzinstrumente begeistert.
Während meiner Praxisphasen an der Alanus Hochschule war ich in der Treasury-Abteilung bei Globus in St. Wendel tätig. Hier bin ich das erste Mal mit Risikomanagement, Hedging und derivativen Finanzinstrumenten in Kontakt gekommen. Meine Bachelorarbeit habe ich daraufhin über die Absicherung temperaturinduzierter Geschäftsrisiken durch Wetterderivate geschrieben. Im Anschluss wollte ich dann unbedingt wissen, wie man solche Instrumente prüfen kann.

Der Berufseinstieg hat für mich viel verändert. Mir sind viele beeindruckende Persönlichkeiten begegnet, die mich gefördert und mir sehr viel beigebracht haben. Privat konnte ich in viele interessante Länder reisen. Dadurch habe ich meine berufliche Tätigkeit immer wieder neu kontextualisiert. Insbesondere konnte ich diese ins Verhältnis zu der ökonomischen Realität setzen, die mir während der Reisen und während meines ehrenamtlichen Engagements im Ausland begegnet ist. Aus diesem Prozess heraus habe ich mich in 2016 dazu entschieden, mich in einem Masterstudium berufsbegleitend mit Fragen der Entwicklungspolitik und der Entwicklungsökonomie auseinanderzusetzen. Rückblickend war dieser Schritt für mich wichtig, weil ich in diesem Studium die notwendigen Grundlagen erlernt habe, um mein Finanzwissen fundiert auf soziale Fragestellungen übertragen zu können. Nach dem Abschluss dieses Masterstudiums habe ich dann mit meiner Beförderung bei PwC mein aktuelles Studium an der Universität Witten/Herdecke begonnen. In diesem beschäftige ich mich nach wie vor stark mit der Entwicklungsökonomie und speziell mit dem Einsatz von Finanzprodukten zum Abbau sozialer Ungleichheit in Entwicklungsländern.

Was mich besonders glücklich macht, das ist die Kombination aus Berufspraxis und Theorie. Auf den ersten Blick erscheinen die Inhalte der Wirtschaftsprüfung, der Entwicklungsökonomie und der Philosophie sehr unterschiedlich. Für mich ergeben sich jedoch gerade an den Schnittstellen dieser Bereiche aus einer eher systemischen Betrachtungsweise wahnsinnig spannende Synergien. Schließlich sind etwa Fragestellungen in Bezug auf die Themen Transparenz, Stabilität und Wachstum sowie Denkanstöße zu effektiven regulatorischen Maßnahmen und dem Zusammenspiel zwischen Markt, Staat und Zivilgesellschaft zeitlos und immer relevant.


Inwiefern hat mich die Zeit an der Alanus Hochschule geprägt?

Die Zeit an der Alanus Hochschule hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, immer wieder über den eigenen Tellerrand zu schauen und das eigene Wirken gesamtgesellschaftlich zu hinterfragen. Zudem hat sie mich dazu ermutigt, selbstbewusst das zu tun, was mich glücklich macht. Das ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zum einen habe ich nicht nur das soziale Umfeld der Alanus Hochschule, sondern insbesondere ihre intellektuelle Ausrichtung als sehr frei, divers und inspirierend erlebt. Konformität war nicht erforderlich. So konnte ich mich während meines Bachelorstudiums ausprobieren und frei entfalten – ein Privileg, für das ich sehr dankbar bin.
Durch die einzigartige Kombination aus künstlerischen, anthroposophischen, geisteswissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Inhalten haben sich während meines BWL-Studiums immer wieder neue Welten und Wege eröffnet. Das Studium Generale war für mich wie eine Wundertüte. Ich bin nie wieder so häufig im Theater gewesen wie zu der Zeit meines Bachelorstudiums. Wenn ich es heute schaffe, dann fehlt mir die anschließende Reflektion über das Stück, die durch Schauspielstudent(inn)en und meinen ehemaligen Dozenten Bernd Dreßen professionell angeleitet wurde.
Einzigartig ist für mich, dass an der Alanus Hochschule verschiedene Persönlichkeiten aufeinandertreffen. So habe ich in dem künstlerischen Tandem-Projekt als BWL-Studentin mit zwei Eurythmistinnen und der beeindruckenden Mary Bauermeister zusammenarbeiten dürfen. Dieses tolle Erlebnis werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Die Erkundung der Eigenarten kreativer Prozesse in unseren Kunstmodulen hat mich außerdem gelehrt, in meiner täglichen Arbeit auch dann ruhig und zuversichtlich zu bleiben, wenn das Ziel unerreichbar scheint oder nur noch schemenhaft zu erkennen ist. Et hätt noch emmer joot jejange.
Bei aller Vielseitigkeit konnte ich an der Alanus Hochschule gleichzeitig immer meinen speziellen fachbezogenen Interessen – etwa dem für Derivate – inhaltlich nachgehen. Hier hat mich insbesondere mein Professor Gregor Krämer gefördert und schließlich meine Bachelorarbeit betreut. Zudem konnte ich mich durch meine Spezialisierung an die Thematik eines nachhaltigen Finanzsektors herantasten. Die Auseinandersetzung mit Social Banking und Social Finance halte ich persönlich nicht nur für spannend, sondern auch für notwendig und sehr zeitgemäß. Die Möglichkeit, sich mit eben diesen Inhalten beschäftigen zu können, ist aus meiner Sicht definitiv ein Herausstellungsmerkmal der Alanus Hochschule. Meine ehemalige Professorin Silja Graupe hat mich für ökonomische Ideengeschichte und politische Ökonomie begeistert. Insofern hat die Zeit an der Alanus Hochschule den Grundstein für mein aktuelles Masterstudium gelegt.

Durch meinen Kooperationspartner Globus wurde mir ebenfalls viel Freiraum gewährt, sodass ich Theorie und Praxis immer wieder neu zusammenführen konnte. So habe ich während meiner ersten Praxisphase beispielsweise operativ im Verkauf mitgearbeitet – hier haben sich unvergessliche Szenen ereignet.
Im zweiten Semester habe ich dann eine Kundenumfrage zu nachhaltigem Konsumverhalten durchgeführt, daraufhin in der Globus-Stiftung ausgeholfen und schließlich meinen Weg in das Liquiditätsmanagement und in die Treasuryabteilung gefunden. Auf jeder meiner bisherigen Stationen sind mir viele beeindruckende Persönlichkeiten, echte Unikate, starke Frauen und Vorbilder begegnet. Mein Bachelorstudium in Alfter hat diesen Weg eingeleitet. Gerade die drei Jahre an der Alanus Hochschule würde ich deshalb gegen nichts eintauschen.

Interview mit unserer Alumna Klara Elif Jungermann
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