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AGIK (DFKGT) Tagung / ONLINE

„Kunsttherapie & Diversität: Zeitaktuelle Perspektiven“

Das Zweite Symposium der Arbeitsgruppe AGIK (Arbeitsgruppe für inter- und transkulturelle Kunsttherapie / DFKGT) an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft.

Rassismus, Antisemitismus, Rechtspopulismus und Verfolgung – gegenwärtig tritt eine Vielzahl unterschiedlicher soziokultureller Themen und Positionen in den Fokus der inter- und transkulturellen Kunsttherapie, die uns alle betreffen. Es gilt einerseits, eine sensible Wahrnehmung und Haltung gegenüber diskriminierenden Ideologien zu entwickeln und sich andererseits aktiv mit Fragen des alltäglichen Rassismus auseinanderzusetzen, der uns im Rahmen des jeweiligen Arbeitsfeldes begegnen kann.

Im Rahmen des Symposiums werden namhafte nationale und internationale Expert*innen aus Praxis und Wissenschaft relevante Themenkomplexe für die kunsttherapeutische Praxis zur Kenntnis und Diskussion bringen. Fragen zum Umgang mit Diskriminierung und konkrete Bewältigungsmöglichkeiten werden in Vorträgen und Workshops erarbeitet.

Wir suchen Positionen aus dem Bereich der Kunsttherapie mit Kunsttherapeutinnen und -therapeuten, die in schulischen, klinischen oder sozialen Projekten und Berufen tätig sind. Des weiteren freuen wir uns über Beiträge zum interdisziplinären Dialog von anderen Personen aus den Bereichen künstlerische Therapien, der Sozialwissenschaft, der Sozialarbeit, der Pädagogik oder der Psychologie.

Das zweitägige Symposium findet online an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft statt. Wir möchten durch Vorträge, Workshops und Diskussionsforen Anstoß zur Auseinandersetzung mit komplexen gesellschaftlich relevanten und zeitaktuellen Themen geben. Dabei soll es darum gehen, die für die Kunsttherapie wesentlichen Inhalte herauszuarbeiten und zu konturieren.

Hier können Sie sich verbindlich anmelden.
Im weiteren stellen wir Ihnen die Dozent*innen und ihre Workshops und Vorträge einzeln vor.
Hier finden Sie eine Gesamtübersicht über das Programm sowie eine komplette Liste der Workshops und Vorträge.

 

DFKGT (Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie e.V.)

Digitaler Büchertisch

II Cassandra Ellerbé II Rassismuskritik und Kunst

II Cassandra Ellerbé II

VORTRAG
Rassismus ist ein alltägliches Dilemma, auch in der Welt der Kunst

Dass Hautfarbe in der modernen Gesellschaft nicht einfach eines von vielen physischen
Merkmalen des Individuums ist, sondern auch die Grundlage für einen schwer zu
beseitigenden Alltagsrassimus, zeigt ein Beispiel aus der deutschen Öffentlichkeit. Im Oktober 2014 erschien in der Musikzeitschrift Concerti 1 ein Porträt über den neuen Chefdirigenten der Münchner Symphoniker, den jungen Schwarzen Deutschen Kevin John Edusei. Das Gespräch mit Edusei wird mit einem Vergleich eingeleitet, Edusei wird als „groß gewachsen, elegant, smart, intellektuell gereift – eine erfrischend jugendhafte Ausstrahlung“ charakterisiert und mit dem ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten verglichen; er könne „der jüngere Bruder von Barack Obama sein.“ Edusei weist diesen Vergleich humorvoll, aber bestimmt zurück und erklärt: „Aber ich komme doch aus Bielefeld!"

WORKSHOP
Rassismuskritik und Kunst

In diesem kurzen Sensibilisierungsworkshop werden wir uns mit den folgenden Fragen beschäftigen: Auf welchen Machtmechanismen und Gedankenmustern basieren Rassifizierung und Diskriminerung? Wie wirkt sich struktureller Rassismus (insbesondere im Kunstbereich) aus? Welche Gegenstrategien sind sinnvoll und wirksam?

KURZ-VITA
Dr. Cassandra Ellerbé promovierte 2006 im Bereich der Vergleichenden
Kulturwissenschaften / Anthropologie an der Universität Gent, Belgien.
Sie arbeitete in mehreren EU-Forschungsprojekten und war Post Doc Fellow an der
Universität Southampton, Großbritannien von 2007-2010. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Ethnographie, Black European Studies, Gender Studies, Rassismus, Diversity, Migrations- und transnationale Studien. Cassandra Ellerbé ist zertifizierte „Eine Welt der Vielfalt & Social Justice Trainerin“. Von Oktober 2013 bis Dezember 2014 war sie CSR & Diversity-Beauftragte bei der m:conmannheim: congress GmbH in Mannheim, 2013 Fellow der Bayreuth Academy of Advanced African Studies in Bayreuth, Mitglied des DFG-Forschungsprojektes
Black Diaspora & Germany. Von 2016-2019 arbeitete sie mit Geflüchteten bei der Agentur für Arbeit Berlin-Süd und übte gleichzeitig eine regelmäßige Lehrtätigkeit am Bard College Berlin aus. Im Mai 2019 nahm sie die Stelle als Senior Researcher an der Technischen Universität Berlin im Forschungsprojekt „SIforREF von EU
Interreg Central Europe“ an (Social Innovation for Refugees): „Integration von Flüchtlingen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt durch soziale Innovation“: www.interreg-central.eu.

II Rita Eckart II Ich, der brave Bauernsohn – Ich der heimliche Extremist. Zwei unversöhnliche Gesichter

II Rita Eckart II

VORTRAG
Challenging times

stART international e.V. hat während der Zeit des Lockdowns eine künstlerische Pandemie entfacht mit dem Ziel Menschen in der Zeit der Covid-19 Pandemie weltweit zu verbinden und ihnen durch tägliche meditativ-künstlerische Arbeit eine Möglichkeit zu bieten sich selbst zu stabilisieren. Die Projekte fanden mit über 1000 Teilnehmenden aus 58 Ländern statt, dabei entstanden über 40.000 Kunstwerke. Ein Beispiel dafür, wie mit Hilfe von Sozialkunstprojekten trotz räumlicher und sozialer Distanz inneres Wachstum jenseits von kulturellen, politischen und religiösen Unterschieden in einer weltweiten Gemeinschaft
entstehen kann.

WORKSHOP
Ich, der brave Bauernsohn – Ich der heimliche Extremist. Zwei unversöhnliche Gesichter – Ein Porträt macht den Versuch sie einander näher zu bringen

In vielen Biografien von Menschen mit extremistischen Einstellungen finden sich scheinbar unvereinbare Gegensätze. Unterschiedliche Rollen werden von der Umgebung unbemerkt nahtlos hintereinander eingenommen und scheinbar authentisch gelebt. Gesteigerte Aggressivität, eine Verkettung von biografischen Belastungen, psychische Entwicklungsstörungen oder Erkrankungen können dazu führen, dass Menschen auf diese Weise ein Doppelleben führen, ohne dass ihre familiäre Umgebung davon Notiz nimmt – eine Erscheinung, die auch bei nationalsozialistischen Kriegsverbrecher*innen häufig beschrieben wurde. Über experimentelle Techniken des Porträtzeichnens nähern wir uns scheinbar
unvereinbaren Seiten einer Persönlichkeit und versuchen deren künstlerische Integration. Wir arbeiten mit Kohle und Kreiden an der Staffelei anhand von konkreten Biografien, Inspiration holen wir uns aus der Kunst des 20. Jahrhunderts.

KURZ-VITA
Anthroposophische Kunsttherapeutin, Jahrgang 1953, in Budapest geboren und
aufgewachsen. Studium der Kunstgeschichte (LMU) und Kunsttherapie (Freie Akademie München). Kunsttherapeutische Praxis in München, Lehraufträge im In- und Ausland auf den Gebieten Anthroposophische Kunsttherapie, kultursensible Kunsttherapie, Notfall- und Trauma-Kunsttherapie. Langjährige Erfahrung in der interdisziplinären therapeutischen Nothilfe in Krisengebieten als Kunsttherapeutin von stART international e.V. Internationale Projekte mit weltweiter Verbreitung zu Sozialkunst, Kunst im Sozialen und ästhetische Selbsterziehung.
Ausstellungen im In- und Ausland, zahlreiche Publikationen.

II Nehama Grenimann-Bauch & Carolyn Krüger II Kunsttherapie und Soziale Gerechtigkeit

II Nehama Grenimann-Bauch & Carolyn Krüger II


WORKSHOP
Kunsttherapie und Soziale Gerechtigkeit

Viele Menschen mit verschiedenen kulturellen und ethnischen Hintergründen
teilen heutzutage ihre Lebenswelt miteinander. Besonders Familien mit eigenen oder sekundären Migrations- und Fluchterfahrungen befinden sich oftmals in einem Spannungsfeld von verschiedenen Wertesystemen und gesellschaftlichen Erwartungen. Nicht selten sind Minoritäten dabei auch von verschiedenen Benachteiligungen betroffen. Soziale Machtverhältnisse, kulturelle Normen und Migrations- bzw. Fluchtprozesse haben Einfluss auf die individuelle und kollektive Identitätsbildung. Kunsttherapie kann hier von besonderer Bedeutung sein. Grundsätzlich ist Kunst in jeder Kultur verankert und kann einen Perspektivwechsel erleichtern. Zudem ist der kreative Umgang mit Emotionen auch dann hilfreich, wenn schwierige Erfahrungen sich einer sprachlichen Beschreibung entziehen.

KURZ-VITA NEHAMA GRENIMANN BAUCH
Doktorandin (Art Psychotherapy) an der Brunel University London. M.A. Kunsttherapie, Universität Haifa, Israel. Kunsttherapeutin und Berufskoordinatorin für das psycho-soziale Team IsraAID Deutschland e.V. Weitere Fortbildungen in traumaspezifischer mentalisierungsbasierter Kunstpsychotherapie.

KURZ-VITA CAROLYN KRÜGER
M.A. Art Psychotherapy an der Goldsmiths University of London. Familientherapeutin i.A. Traumaspezifische und internationale Fortbildungen Global Mental Health: Trauma and Recovery Certificate Harvard Medical School. Internationale Auslandsaufenthalte und Lehrtätigkeit.

II Alfred Haberkorn II Kunsttherapie im Justizvollzug

II Alfred Haberkorn II

VORTRAG
Kunsttherapie im Justizvollzug

Viele inhaftierte Menschen leiden unter akuten persönlichen und sozialen Problemen, die sich unter den Bedingungen des Gefängnisalltags vielseitig äußern und teilweise verstärken. Obwohl der gesetzliche Auftrag vorsieht, dass nach Haftverbüßung ein straffreies Leben möglich werden soll, wird dieser aufgrund hierarchischer und unfreier Strukturen, jedoch auch durch den stark subkulturell geprägten Kontext einer Haftanstalt erschwert.

Das Kreativzentrum der JVA Zeithain bildet seit über zehn Jahren einen „Safe Space“, die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis, die Projekte sind sehr divers angelegt, sowohl Einzelbetreuung als auch große Gruppenaktivitäten sind möglich. Es gibt ein klares Regelwerk, welches je nach Klientel angepasst wird und versucht ein individuell ausbalanciertes Verhältnis zwischen Vertrauen und Kontrolle herzustellen. Im Kreativzentrum werden ressourcenorientierte Projekte in den Bereichen Musik, Malerei, textiles Gestalten, Bildhauerei, Theater und Literatur angeboten. Die Inhaftierten können hier in einem geschützten Rahmen durch unterschiedliche Kreativangebote zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst finden. Das Gelingen der Gruppenprojekte basiert auf der Übernahme von Verantwortung für sich und das soziale Miteinander, das aufgrund der kulturellen Verschiedenheiten durchaus herausfordernd sein kann. 

KURZ-VITA
Geboren und aufgewachsen in Bayern (1968), Studium der Dipl.-Kulturpädagogik in
Hildesheim, anschließend Dipl.-Kunsttherapie in Dresden. Diverse freie Theater- und
Musikprojekte, sowie eine längere Beschäftigung mit dem Thema „Kunst in öffentlichen Räumen“, schließlich Konzentration auf die Arbeit mit männlichen Jugendlichen. Seit 1999 Kunsttherapeut in der Justizvollzugsanstalt Zeithain, dort Aufbau diverser kreativtherapeutischer Maßnahmen und Projekte. Seit 2007 Aufbau und Leitung des Kreativzentrums der JVA Zeithain, 2010 Organisation eines internationalen Festivals für Theaterarbeit im Justizvollzug. Seit 2011 Vorstand des „Kunst im Gefängnis e.V.“, diverse Vorträge und Dozententätigkeiten. 2016 Herausgabe der Publikation „Räume öffnen – Kunsttherapie im Justizvollzug“.

II Judith Haeusler II Heimat

II Judith Haeusler II


WORKSHOP
Heimat

Der Workshop stellt einen fototherapeutischen Ansatz zum Umgang mit Klient*innen vor, die Flucht und Vertreibung erleben mussten. Neben Basiswissen von rezeptiven und aktiven Fototherapie-Techniken werden auch Methoden des Fototransfer-Verfahrens vermittelt. Fototherapie kann helfen, den Klient*innen wieder in Beziehung zu sich und anderen zu setzen, sie ist ressourcenorientiert, interaktiv und sozial. Interdisziplinär lässt sie sich gut mit Techniken der Kunsttherapie verbinden. Ziel dieses kurzen Workshops ist es, Ihnen Methoden an die Hand zu geben, wie Sie ihre Klient*innen wieder ein Stück weit an die eigenen Ressourcen anbinden können, damit diese sich im Laufe der Zeit neu beheimaten und erden können.

Künstlerisch-praktische Einführung in Möglichkeiten des Fototransfers. Diese Technik eignet sich hervorragend, um ein Abbild des Gesehenen in einen neuen Kontext zu setzen, Vergangenes mit Neuem zu verknüpfen, für Reframing oder Transformation. Dieser Workshop richtet sich an Kunsttherapeut*nnen, Heilpädagog*innen, Sozialwissenschaftler*innen, Sozialarbeiter*innen, Psycholog*innen oder therapeutisch Arbeitende, die ihr Repertoire erweitern möchten.

KURZ-VITA
Judith Haeusler ist seit über 20 Jahren freischaffende Fotografin mit Schwerpunkt
Portrait/Peoplefotografie. Vor 10 Jahren hat sie begonnen für Jugendliche mit
Migrationshintergrund Fotokunstworkshops zu geben. Beeindruckt hat sie, wie essenziell es für die Jugendlichen war, ihre Ressourcen wieder zu entdecken, ihre Möglichkeiten und ihr Potenzial zu erahnen, statt sich wie im Alltag gewohnt lediglich über ihre Begrenzungen definieren zu müssen. Das hat Judith Haeusler 2012 bewogen, berufsbegleitend anthroposophische Kunsttherapie zu studieren. Damals konnte sie noch nicht erahnen, dass diese ersten Fotokunst-Kurse die Grundlage für ein völlig neues Format für sie darstellten, die Fotokunsttherapie - entstanden aus der Fusion ihrer drei Leidenschaften Fotografie, Kunst und Psychologie. Seit 2017 arbeitet sie als Kunsttherapeutin in eigener Praxis, sowie in einer psychosomatischen Klinik in Süddeutschland. Zudem gibt sie regelmäßig Fotokunsttherapie- Workshops für Klient*innen und Interessierte. Ihr Ansatz ist ein angewandt-künstlerischer, erweitert durch anthroposophische, systemische, körperorientierte und tiefenpsychologische Aspekte.

II Prof. Dr. rer. medic Monika Wigger II Die Collage - Sinnesfülle und Ordnungsprinzip

II Prof. Dr. rer. medic Monika Wigger II


VORTRAG
Der intermediäre Raum und das Atmosphärische in der Arbeit mit Geflüchteten

In der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen mit Fluchterfahrungen ist das Raum-Zeit-Kontinuum im Zusammenkommen von Wichtigkeit. Wenn D.W. Winnicott von dem intermediären Raum im therapeutischen Setting spricht, so wird deutlich, wie bedeutsam dies auch in der Arbeit mit geflüchteten Menschen ist. Die Erinnerung an Gewesenes, die Heimat, aber auch eine Ausrichtung auf das Neue in dem Entwurf perspektivischer Lebensformen werden zu  Themenschwerpunkten. Einerseits beinhaltet es eine Gewissheit, wo komme ich
her – z.T. mit nostalgischem Unterfangen, andererseits ist es auch von einem Ankommen wie in der Suche nach Geborgenheit im Hier und Jetzt geprägt. So ist beispielsweise das Thema „Haus“ ein Motiv, das sich in der bildnerischen Gestaltung wiederholt zum Ausdruck bringt, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern mit Fluchterfahrung, unabhängig von einer Vorgabe. Die Variation des Motivs birgt die Möglichkeit, einen Raum für sich oder um sich herum zu schaffen und diesen zu sichern und darüber ein Ankommen zu ermöglichen. Dabei
können sich sowohl Aspekte der Idealisierung als auch Bedürfnisse nach einem Rückzugsort zeigen, die im Kontrast zur individuellen Lebenssituation im Flüchtlingsheim stehen. Diese Ambivalenz anhand von exemplarischen Gestaltungsobjekten aufzuzeigen und zur Diskussion zu stellen, ist Ansatz des Beitrages.

WORKSHOP
Die Collage - Sinnesfülle und Ordnungsprinzip

Beispiele aus der kunsttherapeutischen Begleitung in einem offenen Atelier für Kinder mit Migrationserfahrung und/oder Fluchterfahrung.
Papier, Pappe, Holz, Schnüre, Knöpfe, aber auch Fundstücke aus der Natur generieren Sammlungen, aber auch einen unerschöpflichen Fundus für Collagen. Hierbei können Materialien zueinander kommen, die auf den ersten Blick unvereinbar scheinen. Basale Lust am Sehen, Fühlen, Suchen, Sammeln,  Bewahren, Probieren und Neuordnen lassen sich durch die Technik der Collage vereinbaren und ausprobieren. In diesem Workshop werden kunsttherapeutische Konzepte und Beispiele aus der kunsttherapeutischen Praxis vorgestellt
und vor dem Hintergrund eigener Materialerfahrungen im Rahmen des Workshops diskutiert.

KURZ-VITA PROF. DR. RER. MEDIC. MONIKA WIGGER
Ist Professorin für Ästhetik und Kommunikation mit dem Schwerpunkt bildnerisches Gestalten an der Katholischen Hochschule Freiburg und im Leitungsteam der wissenschaftlichen Weiterbildung Kunsttherapie am IAF der KH Freiburg. Sie war langjährig Kunsttherapeutin im Universitätsklinikum Münster sowie Initiatorin der Malwerkstatt Münster. Sie ist diplomierte Grafik-Designerin, graduierte Kunsttherapeutin (DGKT) und Heilpraktikerin Psychotherapie.
Monika Wigger arbeitet im Vorstand der Deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Kunst, Gestaltung und Therapie (IGKGT) und in der Deutschen Gesellschaft für Künstlerische Therapien (DGKT) mit. Sie publiziert zur Kunsttherapie und zur Heilpädagogik und ist kunsttherapeutisch in eigener Praxis tätig.

II Indra Magdalena Henn II „Wehret den Anfängen!“

II Indra Magdalena Henn II

WORKSHOP
„Wehret den Anfängen!“ - Diversitätssensibilität bei Kindern fördern

Wie kann ich in meinem Kind die Fähigkeit zu Toleranz, Aufgeschlossenheit und
gegenseitigem Respekt stärken? Vorurteile und menschenverachtende Aussagen schwächen und die Freiheit im Geiste für die Bejahung von Vielfalt fördern?
In diesem Kurzbeitrag werden Ansätze einer antirassistischen Erziehung dargestellt und diskutiert. Künstlerische Übungen und konkrete Beispiele aus der Kinderliteratur werden vorgestellt.

KURZ-VITA
Künstlerin M.F.A./Kunsttherapeutin M.A. Studium an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter (2004-2010). Abschluss als Dipl. Malerin; Künstlerin M.F.A.; Kunsttherapeutin M.A. Seit 2010 freiberufliche künstlerische, kunsttherapeutische und pädagogische Arbeit durch Kurs- und Projektarbeit im In- und Ausland, u.a. Kunsttherapeutin beim Butterfly Art Project NGO, Kapstadt, Süd Afrika; Seit 2010 festangestellte Kunsttherapeutin an der Vitos Klinik Rehberg, Kinder- und Jugendpsychiatrie Herborn; von 2013-2018 Lehrbeauftragte an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter im Bachelorstudiengang Kunsttherapie/ Sozialkunst. Dort seit 2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Masterstudiengang Kunsttherapie. Künstlerisch-wissenschaftliche
Zertifikatsweiterbildung Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) und
Kunsttherapie.

II Ephrat Huss II Using art to create understanding of the other in times of social crises

II EPHRAT HUSS II

VORTRAG
Using art to create understanding of the other in times of social crises

‘Art helps take down barriers, in that the use of the imagination is the ability to put oneself in another’s place…in this sense, art is moral, because empathy is the ultimate morality’ (Dewey, 1934. p.10).
Our current social climate in the wake of the Covid crisis is characterized by a breakdown of supportive social structures. Accepting the other becomes even harder when the world feels an unsafe place and there is a sense of chaos and struggle over resources. At the same time, we see a surge of community support and resistance to marginalization of cultural and ethnic minories. Much of this social resistance and community building utilizes the arts in both public and online spaces. The embodied aesthetic character of the arts enables to excavate  silenced narratives, communicate them to others, and to re-integrate communities into a shared narrative that accepts cultural difference, experiencing the other from a point of empathy.
How can art therapy, that is deeply based in humanistic theories, contribute to this direction? Indeed, many art therapy clients are from minority groups and their pain emerges from different types of marginalization and social isolation that is highlighted by the current social crises. While there is much literature in art about trauma, using medial and psychological models, there is less literature on the connection between art therapy and community, as well as social theories. These are strongly needed in our presently shared reality crises. This lecture aims to describe how intersectional social theories of culture, ethnicity, class, and gender can be used to understand mechanisms of art processes, expression and analyses within the boundries of art therapy practice. This understanding can enable art therapists to provide a meaningful contribution to their communities and to their clients, in times of social crises. It will provide a set of theoretical perspectives and also applied practices for using art to bridge cultural diversity in a time of community breakdown and reconstruction.

KURZ-VITA
Professor Ephrat Huss is a full professor who chairs an MA in Art Therapy for Social workers at Ben-Gurion University of the Negev in Israel. She has published over 80 articles, two theoretical and two edited books on art therapy within social contexts. ‘What we see and what we say’; ‘Using the Arts in Social Research and Practice’ and ‘A Theory Based Textbook for Teaching Art therapy’, as well as an international handbook on arts in social practice. She is now writing two additional edited books on these subjects. She has currently received a large national grant to research community art therapy and social arts. She has lectured extensively
and provided plenary lectures and webinars on art therapy in community crises worldwide.

II Angela Katschke II Rassismus im Grundschulalter künstlerisch begegnen; ein Beispiel aus Südafrika

II Angela Katschke II

VORTRAG
Rassismus im Grundschulalter künstlerisch begegnen; ein Beispiel aus Südafrika

Rassismus ist ein im Kolonialismus geschaffenes soziales Konstrukt der Unterdrückung und Ausbeutung. Heute müssen wir aktiv pädagogisch diesen Tendenzen entgegenwirken. Im Township Vrygrond im Süden von Kapstadt leben 42.000 Menschen, die aus vielen Ländern geflüchtet oder migriert sind, auf engstem Raum zusammen mit Xhosa people aus dem Ostkap oder Cape Coloureds, die schon immer in der Gegend gewohnt haben. Dort hat das Butterfly Art Project (BAP) ein doppelstöckiges Gebäude in dem jede Woche ca. 250 Kinder und Jugendliche kunsttherapeutische Interaktionen erleben dürfen. Die Kinder erleben neben rassistischen Übergriffen auch häusliche Gewalt, Missbrauch, Armut, Hunger, und vieles mehr. Das BAP legt seit 10 Jahren einen Fokus auf Toleranz und Gemeinschaftsbildung in seinen Projekten, um Gewalt und Rassismus früh entgegen zu wirken. In diesem Kurzbeitrag werden kunsttherapeutische Projekte dargestellt und diskutiert.

KURZ-VITA
Katschke studierte bis 1999 Kunsttherapie an der Fachhochschule Ottersberg. Nach 10 Berufsjahren in psychiatrischen, psycho-somatischen und psycho-therapeutischen Teams und in eigener kunsttherapeutischer Praxis in ihrer Heimatstadt Ingolstadt, verlagerte sie Ihre Wirkungsstätte ans Kap der Guten Hoffnung/Südafrika. 2010 gründete sie das Butterfly Art Project, das sich zunächst der psycho-sozialen Unterstützung von Kindern durch Kunst widmete und seit 2016 den Fokus auf die Entwicklung einer Weiterbildung zum Community Art Facilitator (CAFs) verlagerte. Angela leitet nun ein Team von ca. 30 hauptamtlichen und freiberuflichen Mitarbeitern um Schulung und Beratung von 218 CAF‘s, die in 65 verschiedenen Wohnvierteln mit 5904 Kindern und Jugendlichen arbeiten, zu garantieren.

II Dr. rer. medic Renate Oepen II Auswirkungen künstlerisch-therapeutischer Interventionen auf Gesundheit und Wohlbefinden von Menschen mit Migrationsgeschichte - ein systematischer Überblick aktueller Studienergebnisse

II Dr. rer. medic Renate Oepen II

VORTRAG
Auswirkungen künstlerisch-therapeutischer Interventionen auf Gesundheit und Wohlbefinden von Menschen mit Migrationsgeschichte - ein systematischer Überblick aktueller Studienergebnisse

Migration versetzt Menschen in problematische Situationen, die sich auf ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden negativ auswirken können (Jud et al., 2020). Künstlerische Aktivitäten können ein wirksames Mittel sein, um die Erfahrung von Angst, Verlust, Trennung, Instabilität und Störung auszudrücken, diesen Erfahrungen Bedeutung zu verleihen und sie zu transformieren (Lücke, 2005; Kalmanowitz & Lloyd, 2005). Mit einer systematischen Datenbankrecherche wurden für den Zeitraum von 2015 bis 2020 vierzehn Studien nach definierten Einschlusskriterien ermittelt. In diesen Studien, die unterschiedliche Zielgruppen
(Therapeut*innen, Kinder und Jugendliche in Schulen bzw. außerhalb von Schulen in unterstützenden Programmen sowie Erwachsene) untersuchten, zeigte sich insgesamt, dass kunsttherapeutische und künstlerische Interventionen traumatische Stresssymptome reduzieren können, das Wohlbefinden durch die Vermittlung von mehr Lebenszufriedenheit und Hoffnung gesteigert werden konnte und das soziale Verhalten von Kindern und Jugendlichen sich verbesserte. Weitere Studien erscheinen notwendig, um die Generalisierbarkeit der Studienergebnisse, z. B. durch vergleichende Analyse von Zielgruppen unterschiedlicher Herkunftsländern oder durch Erhöhung der Proband*innenanzahl, sicherzustellen.

KURZ-VITA
Kunsttherapeutin M.A., Tanztherapeutin, Kunst- und Wirtschaftspädagogin, Personal Coach 2015 Promotion Universität Witten/Herdecke. Seit 2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte im Fachbereich Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaft an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter/Bonn. Leitung kunsttherapeutischer Projekte zur Burnoutprophylaxe; Forschungsschwerpunkte: Kunsttherapie in Prävention und
Gesundheitsförderung.

II Prof. Dr. Susana Pendzik II Addressing Racism, Gender, Discrimination, and Diversity through Dramatherapy

II Dr. Susana Pendzik II

VORTRAG
Addressing Racism, Gender, Discrimination, and Diversity through Dramatherapy

As a modern profession, Dramatherapy was nurtured by the open and pluralist spirit of the socio-politically engaged and aesthetically provocative milieu that characterized the decades of the 60’s and the 70’s of the 20th century. As such, the field is well equipped to address issues connected with social justice, identity, racism, and diversity. Within this framework, the present paper reflects on the application of drama therapy methods in connection with social justice issues through some examples, particularly in reference to the pilot project “Deconstructing the past, constructing the future,” which explores the sequels of the Holocaust among current German youngsters, as they appear in the images and narratives held by 10th graders in different schools in Berlin. In this project dramatherapy methods are used in order to evoke the topic in the youngsters, without imposing a particular outlook. The material collected is planned to be elaborated by a team of drama therapists as a theatrical piece to be performed to the youngsters as a resonance of their input. Both the performance and the process constitute a platform for further dialogue and community intervention.
References to other uses of dramatherapy methods and approaches connected with issues of social justice will also be made.

KURZ-VITA
Susana Pendzik, PhD., RDT, is Head of the Drama Therapy Graduate Program at Tel Hai Academic College (Israel), lecturing also at the Theatre Studies Department of the Hebrew University of Jerusalem, the Swiss Dramatherapy Institute, the Institute of Theatertherapie in Berlin, as well as in other institutions of higher education in Europe, Latin America, and the USA. Susana is the author of the book ‘Gruppenarbeit mit misshandelten Frauen’ (AG Spak, 1999), co-editor of ‘Assessment in drama therapy’ (Charles C. Thomas, 2012) and ‘The self in
performance: Autobiographical, self-revelatory, and autoethnographic forms of therapeutic theatre’ (Palgrave Macmillan, 2016), and co-author of ‘Dramaterapia: Un enfoque creativo para el trabajo terapéutico’ (Síntesis, 2018), as well as of numerous academic papers in the field. She is a supervisor, has a private practice and conducts workshops worldwide.

II Wilfried van Poppel II Körper erzählen Geschichten – das partizipative HUMAN-Projekt

II Wilfried van Poppel II

VORTRAG
Das HUMAN-Projekt

Es werden die verschiedenen Aspekte des Community Dance in Verbindung mit dem HUMAN-Projekt vorgestellt. Mit Musik, Bewegungsfragmenten und Beispielen dieser Produktion wird ein erlebter Einblick in dieses integrative und partizipative Gesamtkunstwerk zu den UN-Menschenrechten gegeben.

WORKSHOP
Körper erzählen Geschichten – das partizipative HUMAN-Projekt

Jeder Mensch kann sich und etwas bewegen, jeder Mensch drückt sich köperlich aus. Das Bewusstsein der Bewegungen des Körpers steht im Mittelpunkt dieses Workshops. Was kann ich erzählen mit meinem Körper und wie? Anhand von choreografischen Elementen der Community Dance Produktion ‘HUMAN’ werden die Teilnehmenden in einen kreativen Prozess einbezogen.

KURZ-VITA
Wilfried van Poppel war lange als freischaffender Tänzer, Pantomimespieler und Choreograf tätig in Holland, den USA und Deutschland.1993 wurde er ausgezeichnet vom 1. World Dance Congress in San Francisco. Von 1994 bis 2000 war er als Tänzer beim Bremer Tanztheater unter der Leitung von Susanne Linke engagiert. Seit 2000 choreografiert er hauptsächlich für und mit Kindern und Jugendlichen. 2003 gründete er DE LooPERS Tanztheater für Kinder und
Jugendliche. Er arbeitete mit Royston Maldoom und mit Orchestern wie den Wiener
Philharmonikern, den Salzburger Festspielen und der Deutschen  Kammerphilharmonie Bremen. Seit 15 Jahren beschäftigt er sich, zusammen mit seiner Frau Amaya Lubeigt, intensiv mit Community Dance und kreiert international Produktionen mit unterschiedlichen Gruppen.

II Christina Roth II Rassismuskritik und Therapie

II Christina Roth II

VORTRAG
Rassismuskritik und Therapie Teil I
Eine rassismuskritische therapeutische Arbeit bedarf einer Auseinandersetzung mit Rassismus als strukturelles, systemisches Konstrukt, eine Betrachtung des eigenen Denkens und Handelns sowie der Reflexion eigener weißer Privilegien. Der Vortrag soll für das Thema Rassismus sensibilisieren und aufzeigen, wo uns dieses im therapeutischen Kontext begegnet.

WORKSHOP
Rassismuskritik und Therapie Teil II

Im Workshop soll aufbauend auf den Vortrag eine erste aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus erfolgen und wie wir alltäglich zu der Aufrechterhaltung rassistischer Strukturen beitragen. Im Workshop beschäftigen wir uns durch die Reflexion der eigenen rassistischen Sozialisierung mit dem Involviertsein in Rassismus als gesamtgesellschaftliches Machtsystem und betrachten in diesem Zusammenhang weiße Privilegien und die eigene Positioniertheit.

KURZ-VITA
Christina Roth ist Bildungsreferentin für die Themen Antirassismus, Kritisches Weißsein, und rassismuskritische Beratung/Therapie. Die Referentin ist weiß, cis-weiblich und able-bodied positioniert. 2019-2020 arbeitete sie als Systemische Beraterin (SG) in der Antidiskriminierungsberatung ARIC NRW e.V. und ist für den Verein als freie Referentin tätig. Sie ist außerdem Ergotherapeutin (Bachelor of Health in Occupational Therapy, NL) und als Dozentin an einer Berufsfachschule für Ergotherapie tätig.

II Anke Schäfer II Transgenerationale und transkulturelle Biografiearbeit mit Hilfe der Drama- und Theatertherapie

II Anke Schäfer II

VORTRAG & WORKSHOP
Transgenerationale und transkulturelle Biografiearbeit mit Hilfe der Drama- und
Theatertherapie

Geschichte ist persönlich: über Generationen verdrängte Scham- und Schuldgefühle werden internalisierter Teil unseres historischen Erbes. Wird Scham unerträglich, reagieren wir mit Abwehr oder Schuldgefühlen (Wurmser, 2013). Es gibt in der Geschichte Ereignisse, die uns in unserer kollektiven Identität zutiefst erschüttern. Die Verfolgung und Ermordung von über sechs Millionen Juden in Europa gehört zu diesen unfassbar grausamen Taten, die auf Nachfahren der Täter wie auf der der Opfer schwer lasten. Mahnmale und Gedenkstätten erinnern in Deutschland an dieses Erbe unserer antisemitischen und gewaltbeladenden Geschichte. In vielen anderen Ländern wünschen sich genau dies diejenigen, die als Nachfahren noch stets unter Rassismus, Stigmatisierung, Leugnung und Demütigung leiden. Gemeinsam mit Armand Volkas, amerikanischer Dramatherapeut und Sohn von Auschwitz-Überlebenden, führte ich 2017 einen Workshop in Auschwitz durch, bei dem sich über die Diversität der Teilnehmer*innen zeigte, wie sehr historisch verankerte Gewalt wie Sklaverei und Unterdrückung als persönliches Erbe noch stets belastend erlebt wird.

In dem Workshop mit Kurzvortrag werden Erkenntnisse zu dem Phänomen transgenerationaler Scham- und Schuldgefühle zentral stehen. Im Weiteren werden beispielhaft theatertherapeutische Übungen vermittelt, über die transgenerationale und transkulturelle Spuren im biographischen Narrativ wahrgenommen, angeschaut und integriert werden können.

KURZ-VITA
Anke Schäfer, systemisch-orientierte Drama- und Theatertherapeutin, Coach u.a. für den Zivilen Friedensdienst, Teammitglied neue Tagesklinik für junge Geflüchtete UPC KU Leuven (Belgien), eigene Praxis in Köln und Maastricht (NL), M.A. in Kunst und Theater im Sozialen, zahlreiche Fortbildungen in Traumatherapie; über 25 Jahre Erfahrung in partizipativen Theater- und Filmprojekten mit Jugendlichen und Erwachsenen weltweit mit besonderem Fokus Subsahara-Afrika (Ghana, Kenia, Namibia, Sierra Leone, Südafrika, Togo, Uganda); Vorstandsmitglied der Niederländischen Dramatherapeuten (NVDT) und der WFKT (Wissenschaftlichen Fachgesellschaft Künstlerische Therapien).

II Dileta Sequeira II Weltsystemisches Denken: Die Geschichte, Wirkungsweisen und Folgen von Rassismus

II Dileta Sequeira II

VORTRAG
Weltsystemisches Denken: Die Geschichte, Wirkungsweisen und Folgen von Rassismus

Der globale Rassismus: seine Entstehung, Rassismus als Wirtschaftssystem; Struktureller Rassismus: rassistische Wirkweisen von Ämtern, Institutionen u.a.; zwischenmenschliche Wirkmechanismen: Wie werden Menschen abgewertet, ausgegrenzt und benachteiligt? Sind sie subtil oder grob? Werden sie durch fremde oder bekannte Personen ausgeübt? Was sind die intra-psychischen Folgen bei den betroffenen Menschen: Kann Rassismus traumatisieren?

WORKSHOP
Rassismus - eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema

In diesem Teil wird die Möglichkeit angeboten, in eine persönliche  Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus einzusteigen. Einzelne Übungen ermöglichen eine Selbstreflexion und Sensibilisierung mit dem „weiß-Sein“, der eigenen Verstricktheit und Positionierung in unseren gesellschaftlichen Verhältnissen. Wie kann eine rassismuskritische Kunsttherapie gestaltet
werden? Dabei ist nicht das Ziel, Schuld zu fühlen, sondern Verantwortung für unser Denken und Handeln in vorhandenen Machtverhältnissen zu übernehmen.

KURZ-VITA
Ich bin seit 1987 als Psychologin therapeutisch tätig und arbeite seit 2001 in Deutschland. Als Trainerin biete ich seit 2010 im Bereich „Rassismuskritisches Denken und Handeln“ Seminare, Workshops und Vorträge an. Im Oktober 2015 habe ich ein Buch zu rassismuskritischem Handeln und Denken in der Psychologie veröffentlicht. Rassismuskritisches und traumasensibles Denken und Handeln bilden meine Tätigkeitsschwerpunkte und sind Inhalt meiner Vorträge, Seminare, Beratungs-, Therapie- und Supervisionsangebote. 2019 habe ich den bundesweiten Verbund „Rassismuskritische Psychotherapie und Beratung“ gegründet.
M.A. Universitätsabschluss Klinische Psychologie. Ausbildung „Prozessorientierte Psychologie nach Arnold Mindell“ TRIMB Traumatherapeutischer Ansatz. Somatic Experiencing (SE)® Practitioner (SEP), Traumatherapeutischer Ansatz. Ambulante und stationäre therapeutische Arbeit mit an Sucht erkrankten jungen Männern, sowie Leitung der Entzugsstation. Klinische Erfahrung in der Arbeit mit an Psychose und Schizophrenie erkrankten Personen nach der Cathexis-Schule der Transaktionsanalyse. Arbeit mit Jugendlichen und Heranwachsenden in
der Bewältigung alltäglicher Probleme und akuter Krisen. Therapeutische Arbeit mit von sexueller und sexualisierter Gewalt betroffenen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

II Barbara Stelbrink-Kesy II Neuinszenierung der Geschichte – eine Retrospektive in der Kunst

II Barbara Stelbrink-Kesy II

WORKSHOP
Neuinszenierung der Geschichte – eine Retrospektive in der Kunst

‚Erfasst, verfolgt, vernichtet‘. So hieß eine vielbeachtete Wanderausstellung der DGPPN mit dem Untertitel „Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“. 2015 eröffnet, warf sie die Frage auf, ob der Wert des Menschen verhandelbar ist. Die Präsentation, weltweit wahrgenommen, durchbrach erstmals die anhaltende „kollektive Nichterinnerung“ an Verbrechen, begangen von Psychiater*innen. Die Ausstellung ist beendet, der Spalt zwischen öffentlichem und privatem Erinnern existiert weiter. Die konkreten Geschichten bleiben meist „unfassbar“. Die Neuinszenierung von Geschichte jenseits hegemonialer Bilder ist auch ein zentrales Thema der Gegenwartskunst. Wer spricht, wer bekommt Gehör? Welche Geschichte wird als gültig anerkannt? „Wir sind als Gesellschaft verantwortlich dafür, zuzuhören, was den „Anderen“ geschehen ist. Denen, die zu uns geflüchtet sind und denen, über die geschwiegen worden ist. Wir müssen ein Narrativ schaffen, wenn die Würde von Menschen verletzt worden ist“, sagt die Schauspielerin, Dramaturgin und Filmemacherin Maryam Zaree im Interview zu ihrem Film Born in Evin, 2019. Im Workshop wird ein „art based research process“ zur eigenen Familiengeschichte vorgestellt und im Gespräch seine Bedeutung für gegenwärtige Gefühlserbschaften erkundet. Kunst Machen erwies sich als Instrument zum Hinterfragen noch wirksamer Stereotype, die
sich letztlich auf Vorstellungen von einer Hierarchie „wertvoller und minderwertiger
Menschen“ und der „Reinhaltung“ eines imaginierten „Volkskörpers“ zurückführen ließen.

KURZ-VITA
MA Art Therapy, ist seit 20 Jahren in psychosozialen Feldern und im eigenen Atelier, in Projekten mit verschiedenen Gruppen zu Prävention und Nachsorge tätig. Ihr Interesse richtet sich auf die Entwicklung einer transkulturellen Kunsttherapie als kollektiv zu entwickelnder Praxis. In Form eines Vortrags mit Performance möchte ich in diese Arbeit Einblicke geben.

II Christina Vedar II Wie kultursensibel kann eine Kunsttherapie sein?

II Christina Vedar II

VORTRAG
Wie kultursensibel kann eine Kunsttherapie sein?

Sichtbarmachen von eigenen inter- und transkulturellen Einflüssen zur  Sensibilisierung von Fachkräften. Migration und Flucht, die psychosozialen Belastungen im Wechsel von Land, Kultur, Sprache, Essgewohnheiten und der Arbeit, aber auch im Denken und Fühlen ist eine enorme Herausforderung für Menschen und kann zu zeitweise, aber auch andauernden Belastungen und / oder Posttraumatischen Störungen führen. Klient*innen erhalten zunehmend die Möglichkeit dies kunsttherapeutisch zu bearbeiten, ob im psychologischen,
sozialen oder pädagogischen Bereich. Ein kultursensibler Umgang seitens der Therapeut*innen, Sozialarbeiter*innen oder Lehrer*innen wird als voraussetzend angesehen. Mehrere hundert Stunden Eigenanalyse ist nur den fachausgebildeten Psychotherapeut*innen und Kunsttherapeut*innen vorbehalten. Für  Sozialarbeiter*innen oder Lehrer*innen gilt es sich interkulturell fortzubilden. Doch was bedeutet es kultursensibel im kunsttherapeutischen Setting zu sein? In meinem Vortrag möchte ich den Blick aber von der KlientIn weg hin zur TherapeutIn wenden und folgende Fragen beleuchten: Kann in der Eigenanalyse überhaupt
kultursensibel gearbeitet werden? Können Erfahrungen von Flucht und Migration in Seminaren „gelehrt“ werden? Was bedarf es für das Sichtbarmachen eigener inter- und transkultureller Erfahrungen im kunsttherapeutischen Setting? Abschließend wird anhand eines methodischen Beispiels ein Setting vorgestellt, das die eigene inter- und transkulturelle Historie sichtbar macht und bereits in Fachfortbildungen zur Transkulturellen Kunsttherapie Anwendung fand.
Quellen u.a.: Titze, Doris (Hrsg.) (2005): Die Kunst der Kunsttherapie. Dresden:
Sandstein Verlag.
Zaumseil, W. & Wohlfart, E. (Hrsg.) (2006): Transkulturelle Psychiatrie –
Interkulturelle Psychotherapie. Interdisziplinäre Theorie und Praxis. Heidelberg:
Springer Verlag.

KURZ-VITA
M. A., Soziologin und Kunsttherapeutin, eigenes Atelier für Kunsttherapie ART VEDAR in Aachen Davor langjährig als Projektleitung im sozialen Bereich tätig mit den Arbeitsschwerpunkten Migration, Flucht und Soziale Integration Dozentin und Referentin u.a. bei Psychoanalyse und Philosophie e.V. sowie an den Paracelsus
Schulen Aktivistin auf Social Media zur Sichtbarkeit von Kunsttherapie und Mental Health und Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen und „Kunst selber zu machen“ Fortbildungen in der katathym-imaginativen Psychotherapie und im Autogenen Training; langjähriges Vorstandsmitglied bei Psychoanalyse und Philosophie e.V. Arbeitsschwerpunkte: Migration und Flucht, Depression, Psychoonkologie, Geschlecht und Gender.

Wann
14.05.2021 - 15.05.2021

Kontakt
Fachbereich Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaft

Ort
Alanus Hochschule
Campus I und Campus II
53347 Alfter

Kontakt
AGIK (DFKGT) Tagung / ONLINE
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