Neue Ausgabe „RoSE: Research on Steiner Education“ erschienen
Online-Journal präsentiert wieder vielfältige Artikel zur akademisch orientierten Waldorfpädagogik
Neue Ausgabe von „RoSE: Research on Steiner Education“ erschienen
Online-Journal präsentiert aktuelle Forschung zur akademisch orientierten Waldorfpädagogik
Mit der Ausgabe Vol. 16 / Nr. 2 ist eine neue Edition des Online-Journals „RoSE: Research on Steiner Education“ erschienen. Die trilinguale Fachzeitschrift (Deutsch, Englisch, Spanisch) veröffentlicht wissenschaftliche Beiträge zur Waldorfpädagogik, die in einem Blind-Peer-Review-Verfahren begutachtet werden. Herausgegeben wird RoSE von der Alanus Hochschule in Alfter und dem Rudolf Steiner University College in Oslo. Seit mehr als fünfzehn Jahren bietet das frei zugängliche Online-Journal ein internationales Forum für Forschung zur Waldorfpädagogik und hat inzwischen über 25 Ausgaben veröffentlicht. Die aktuelle Ausgabe vereint methodologische und empirische Studien zur akademisch orientierten Waldorfpädagogik sowie zu ihren Bezugswissenschaften.
In der Rubrik „Beiträge zur Grundlagenforschung“ eröffnet Rob Blom die Ausgabe mit zwei zusammenhängenden Studien. Darin setzt er sich mit postmodernen Positionen zu Wirklichkeit und Wahrheit auseinander und entwickelt Perspektiven für einen erneuerten Erkenntnisbegriff. Ulrike Barth, Cathrine Bryden und Liliana Olea widmen sich dem Phänomen des Staunens und dessen Bedeutung für pädagogische Wahrnehmungs- und Bildungsprozesse. Sie beschreiben das Staunen als eigenständige Phase des Erkennens, die der Reflexion vorausgeht – als einen Moment des Innehaltens zwischen sinnlicher Wahrnehmung und begrifflichem Verstehen. Im zweiten Teil seiner Überblicksstudie analysiert Martyn Rawson verschiedene Diskurstypen der Anthroposophie im Hinblick auf ihre Bedeutung für Grundlagen und Praxis der Waldorfpädagogik. Seine Untersuchung bietet Orientierung in kontrovers diskutierten Zusammenhängen.
Die Rubrik „Empirische Forschung“ eröffnet ein Beitrag von Dirk Rohde und Wilfried Sommer. Die Autoren stellen ein evaluiertes Projekt zu einem Online-Oberstufencampus vor und veranschaulichen dessen Umsetzung anhand einer naturwissenschaftlichen Epoche zum Thema „Atom“. Li Xiang gibt einen Überblick über Themenfelder und Forschungslücken in der anthroposophisch orientierten Kindheitspädagogik. Anne-Mette Stabel und Dag Oystein befassen sich mit Herausforderungen, die sich aus dem Spannungsverhältnis zwischen Bildungsreformen und waldorfpädagogischer Praxis in Norwegen ergeben. Ein Beispiel hierfür ist die Absenkung des Schuleintrittsalters von sieben auf sechs Jahre.
Renate Ostergaard untersucht unterschiedliche Zeitstrukturen beim Übergang vom Kindergarten in die Schule und deren Bedeutung für die rhythmische Gestaltung des Schulalltags. Eine weitere empirische Studie von Vilde Stabel richtet den Blick auf die Rolle der physischen Lernumgebung für die Werteerziehung in der frühen Kindheit an Steiner-Schulen in Norwegen. Aus der Perspektive der Lehrkräfte zeigt sie, wie die Gestaltung der ersten Klasse darauf ausgerichtet ist, Spiel und praktisches Lernen zu fördern.
Abgerundet wird die Ausgabe durch eine Rezension von Marcelo da Veiga. Besprochen wird das 2025 im Info3-Verlag erschienene Buch von Albert Schmelzer: Rudolf Steiner im Spannungsfeld von Freiheitsphilosophie und Menschenrechten, Nation und „Rasse“.