Zwischen Seidenstraße und Gegenwartskunst: Alanus-Studierende stellen im Staatlichen Seidenmuseum Tiflis aus

Wie prägend internationale Kooperationen für die künstlerische Entwicklung sind, zeigt die Ausstellung „Spaces of Transformation“, die Studierende und Alumni der Alanus Hochschule gemeinsam mit georgischen Künstler:innen im Staatlichen Seidenmuseum in Tiflis realisierten. Initiiert und kuratiert wurde das Projekt von Prof. Tessa Knapp und Prof. Soso Dumbadze im Rahmen der Partnerschaft zwischen der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter/Bonn und dem Georgian Institute of Public Affairs (GIPA). Unterstützt wurde die Kooperation durch das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), das Goethe-Institut Tiflis sowie die International Offices von GIPA und Alanus Hochschule.

Vom 18. April bis 1. Mai 2026 präsentierten die Beteiligten medienübergreifende Arbeiten, die sich mit gesellschaftlichen und persönlichen Transformationsprozessen auseinandersetzen. Die Studierenden kamen überwiegend aus der Klasse für raum- und zeitbasierte Medien von Prof. Tessa Knapp. Eine besondere Rolle spielte dabei der Ausstellungsort selbst: Das Staatliche Seidenmuseum in Tiflis zählt zu den ältesten Seidenmuseen der Welt. Das 1887 gegründete Haus war einst ein bedeutendes Forschungszentrum entlang der historischen Seidenstraße und verbindet bis heute europäische und asiatische Kultur- und Wissensgeschichte. Die Ausstellung griff diesen Kontext bewusst auf und stellte Fragen nach Wandel, Wahrnehmung und gemeinschaftlicher Zukunft in Beziehung zur Geschichte des Ortes.

„Internationale künstlerische Zusammenarbeit eröffnet Studierenden Erfahrungsräume, die weit über den Hochschulalltag hinausgehen. Der Austausch mit den georgischen Studierenden, das gemeinsame Arbeiten vor Ort und die Auseinandersetzung mit dem Museum als historisch und politisch aufgeladenem Raum haben intensive neue Perspektiven ermöglicht“, so Klassenleiterin Prof. Tessa Knapp.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf einem kollektiven Werk der Klasse Knapp, das die zentrale Vitrine des Museums in ein leuchtendes RGB-Display transformierte und Besucher:innen nach individuellen wie gesellschaftlichen Möglichkeitsräumen von Transformation befragte. Die Zusammenarbeit knüpft an eine langjährige Verbindung zwischen Tessa Knapp und Soso Dumbadze an, die sich während ihres Studiums an der Kunsthochschule für Medien Köln kennenlernten. Bereits 2018 initiierte Knapp nach einem Residenzstipendium im Seidenmuseum die Ausstellung „Museum of Transformation“. Mit „Spaces of Transformation“ wird dieser internationale Austausch nun gemeinsam mit einer neuen Generation von Studierenden fortgeführt.

Beteiligte Künstler:innen:
Laura Alker, Karoline Farina Bürger, Soso Dumbadze, Julian Fröhlingsdorf, Mariam Glunchadze, Seyedeh Sadaf Hosseini, Tsotne Kavelashvil, Mariel Kepka, Aurelia Lohmann, Badr Kamoona, Tessa Knapp, Saba Mamadashvili, Niklas van Megen, Kira Neudecker, Leon Steinbauer, Archil Todadze, Even Wainscoat, Aurora Winter, Zixuan Xu, Monika Zienke

Fotos: Alanus Hochschule / Tessa Knapp