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Institut für Sozialorganik

Die moderne, arbeitsteilige Wirtschaft stößt immer mehr an ihre Grenzen. Der Ruf nach einer ethischen Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft wird angesichts der aktuellen Herausforderungen immer lauter. Es herrscht Konsens, dass neben der ökonomischen auch die ökologische und die soziale Dimension wirtschaftlichen Handelns zu beachten sind. Eine nachhaltige Wirtschaft ist das Credo unserer Zeit. Die geforderte Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft kann jedoch mit dem "alten Denken" über Wirtschaft nicht erreicht werden. Der notwendige Paradigmenwechsel verlangt ein "neues Denken". Dieses neue Denken gibt dem Menschen als Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns den Vorrang vor ökonomischen Kategorien. Es geht um die normative Frage, wie eine Wirtschaft von Menschen für Menschen aussehen sollte. Damit wird eine vierte Dimension der Nachhaltigkeit, die kulturelle Dimension oder auch "Sinn-Dimension", zur Grundlage wirtschaftlicher Gestaltungsfragen. Statt einem materiellen "Was" oder einem technischen "Wie" rückt  das bewusstseinsorientierte "Warum" in den Vordergrund. Dies ermöglicht eine Neuausrichtung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimensionen unseres Handelns, das sich an der Kernfrage misst: "Was macht Sinn?".

Sozialorganische Grundlagenforschung
Die Grundlagenforschung umfasst die wissenschaftliche Aufarbeitung und Weiterentwicklung des sozialorganischen Ansatzes und seine Verortung im anthroposophischen sowie wirtschaftswissenschaftlichen Diskurs. Besondere Beachtung finden dabei die geistig-kulturellen Impulse im Wirtschaftsleben. Ein Ziel der sozialorganischen Forschung ist es, zu wirklichkeitsnahen und kontextabhängigen Begriffen und damit zu neuen Ansätzen zu kommen, die dem dynamischen Wirtschaftsleben gerecht werden und die Gestaltungsimpulse, die die Prozessen bewirken, besser zu fassen vermögen. Hierzu arbeitet das Institut für Sozialorganik mit Unternehmen zusammen, in denen sozialorganische Konzepte umgesetzt werden.

Führung
Die Sozialorganik erweitert den Begriff der Mitarbeiterführung um drei weitere Dimensionen von Führung: die "Führung durch den Kunden", die "Selbstführung" und die "Sinnführung".
Mitarbeiterführung im Sinne der sozialorganischen Führungsidee versteht sich als Begleitung des Mitarbeiters in dessen Selbstführung und Freiheit. Grundlage dafür ist eine Haltung, die den anderen als Individuum toleriert und an seine individuelle Entwicklungsfähigkeit glaubt. Als eine praktische Orientierungs- und Reflexionshilfe wurde das Modell der "Situativen Mitarbeiterführung" entwickelt, das verschiedene Führungskompetenzen bzw. Formen der Kommunikation und Zu¬sammenarbeit voneinander unterscheidet.
    
Unternehmenskultur
Eine Neuausrichtung unternehmerischer Aktivitäten ist unerlässlich. Nur wenn die Wirtschaft das Thema Nachhaltigkeit grundsätzlich in ihrem Denken und Handeln lebt, kann die Zukunft von Mensch und Erde gesichert werden. Dieser notwendige Wandel verlangt nach einem radikal neuen Denken über Wirtschaft. Ihr Sinn ist nicht primär die Erfolgsmaximierung, sondern vor allem die Maximierung des Sinns.

Wertbildungsrechnung (WBR)
Die Wertbildungsrechnung (WBR) ist ein Steuerungs- und Führungsinstrument des unternehmensinternen Rechnungswesens. Ziel ist es, Leistungsverflechtungen zwischen Leistungserbringern und Leistungsempfängern transparent und anschaulich darzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Leistungsströme. Hiermit unterscheidet sich die WBR im Kern von herkömmlichen Formen der Kostenrechnung. Alles, was auf der Seite eines Unternehmens zur Entstehung einer Leistung (z. B. eines Produkts) beiträgt, wird nicht als Kostenfaktor betrachtet, sondern als Leistung, die in den Wert eines Produktes einfließt. Diese Begrifflichkeit führt zu einer anderen Betrachtung von Mitarbeitern: Erscheinen sie in herkömmlichen Kostenrechnungsmodellen als Kosten, die es möglichst zu minimieren gilt, so legt die WBR den Fokus darauf, dass ein Wert stets durch die Leistungen der Mitarbeiter gebildet wird. Diesem Wert gegenüber treten die Kunden, die ihre Wertschätzung durch den Kauf oder Nichtkauf der erbrachten Leistungen ausdrücken. Wertströme abzubilden und sinnvolle Begriffe anzuwenden, ist ein wichtiges Ziel der WBR.

Die Arbeit des Instituts für Sozialorganik im Bereich der Wertbildungsrechnung fokussiert sich vor allem auf folgende Schwerpunkte:

  • Erforschung der sozialorganischen Grundlagen der WBR
  • Definition der Aufgaben und Funktionen der WBR im Rahmen von Forschungsaufenthalten in Unternehmen
  • Analyse der Wirkungen der WBR als angewandte Erfolgsrechnung im Rahmen von Forschungsaufenthalten in Unternehmen
  • Bekanntmachung der WBR als Alternative zu traditionellen Methoden der Erfolgsrechnung
  • Untersuchung der Wechselwirkung der WBR mit dem gelebten Führungsverhalten und Bestimmung der erforderlichen Rahmenbedingungen mit dem Schwerpunkt der geistig-kulturellen Dimension wirtschaftlichen Handelns
  • Weiterentwicklung der WBR als sozialorganisches Steuerungsinstrument nach dem Gegenstromprinzip

Das Institut für Sozialorganik erbringt momentan u. a. folgende Leistungen:

  • Kolloquien und Tagungen zu aktuellen Themen
  • Forschungsprojekte zur Wertbildungsrechnung und Führung auf dem Weg in die Selbstorganisation
  • Vorlesungen
  • Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten
  • regelmäßige Arbeitskreise

Das Institut kooperiert mit dem Lehrstuhl von Prof. Dr. Helge Löbler, Inhaber der Professur für BWL, insbesondere Marketing, an der Universität Leipzig.

Weitere Kooperationen werden aktuell entwickelt. Das Institut für Sozialorganik strebt Kooperationen mit anderen universitären und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Unternehmungen im In- und Ausland an, die sich mit ähnlichen Fragestellungen bzw. Forschungsvorhaben beschäftigen.

Seit Juni 2015 veröffentlicht das Institut für Sozialorganik in unregelmäßiger Abfolge Vorträge, Aufsätze und Forschungsarbeiten der Institutsmitglieder zu den Ideen und Gedanken der Sozialorganik.
Das Vorwort der Schriftenreihe von Prof. Dr. Götz E. Rehn können Sie sich hier herunterladen.

Sollten Sie Interesse an den Beiträgen zur Sozialorganik haben, wenden Sie sich einfach an uns.

Nr. 1/2016 Prof. Dr. Götz E. Rehn: Zusammenarbeit neu gestalten
Vortrag bei der Tagung "Kollektive Wertschöpfung - Die sich selbst führende Organisation" des Instituts für Sozialorganik am 4. November 2015 an der Alanus Hochschule in Alfter

Nr. 3/2015 Prof. Dr. Götz E. Rehn: Das Diktat der Transparenzgesellschaft und die Sehnsucht der Menschen nach Märchen
Vortrag bei der Tagung "Von der Leistung zur Schöpfung - wie wollen wir in Zukunft leben und  arbeiten?" des Instituts für Sozialorganik am 5. November 2014 an der Alanus Hochschule in Alfter

Nr. 2/2015 Dr. Julia Döring: Fragen und Formen "kommunikativer Nachhaltigkeit"
Vortrag bei der Tagung "Von der Leistung zur Schöpfung - wie wollen wir in Zukunft leben und  arbeiten?" des Instituts für Sozialorganik am 5. November 2014 an der Alanus Hochschule in Alfter

Nr. 1/2015 Prof. Dr. Götz E. Rehn: Wirtschaft neu denken
Antrittsvorlesung am 17.09.2007 an der Alanus Hochschule in Alfter

Kontakt

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