Neuerscheinung: „Individuation als Bildungsprozess“ – Grundlagenwerk zur Waldorfpädagogik

Dass Erziehung den einzelnen Menschen in den Blick nehmen soll, ist kein neuer Gedanke. Doch was bedeutet es, individuelle Entwicklung konsequent als Grundlage von Bildung zu verstehen? Dieser Frage widmet sich der neue Sammelband „Individuation als Bildungsprozess. Perspektiven zu Rudolf Steiners Ich-Verständnis“. Herausgegeben wurde die Publikation von Prof. Dr. M. Michael Zech und Prof. Dr. Jost Schieren von der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn sowie Dr. Constanza Kaliks, Leiterin der Pädagogischen Sektion am Goetheanum im schweizerischen Dornach. Das Buch ist im Info3 Verlag Frankfurt erschienen.

Im Zentrum steht ein Verständnis des Ichs, das nicht von einer fertigen oder abgeschlossenen Persönlichkeit ausgeht. Individuation wird vielmehr als lebenslanger Bildungsprozess beschrieben: Menschen entwickeln ihre Individualität fortwährend, indem sie sich mit sich selbst, anderen Menschen und der Welt auseinandersetzen. Bildung erscheint damit nicht allein als Vermittlung von Wissen, sondern als Entwicklung von Selbstständigkeit, Urteilskraft und innerer Freiheit.

Beiträge aus Erziehungswissenschaft, Philosophie, Anthroposophie, Waldorfpädagogik und Anthropologie erschließen Rudolf Steiners Ich-Verständnis aus verschiedenen Blickwinkeln. Sie fragen danach, wie persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Verantwortung zusammenhängen und welche Bedeutung dies für gegenwärtige pädagogische Praxis hat. Dabei öffnet der Sammelband auch internationale Perspektiven: Beiträge unter anderem aus China, Südafrika, Taiwan und den USA erweitern die Diskussion über europäische Denk- und Erfahrungshorizonte hinaus. Sie zeigen, wie Fragen nach Individualität und menschlicher Entwicklung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten aufgenommen und weitergeführt werden.

„Gerade im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz wird deutlich, dass Bildung mehr sein muss als Informationsverarbeitung“, sagt Herausgeber Prof. Dr. M. Michael Zech. „Individuation als Bildungsprozess bedeutet, das eigene Denken zu ergreifen, sich zur Welt in Beziehung zu setzen und zu einer selbstbestimmten Persönlichkeit zu reifen.“ Zu den Autor:innen zählen unter anderem Ulrich Kaiser, Axel Ziemke, Rita Schumacher und Albert Schmelzer. Der Band richtet sich an Fachleute aus Pädagogik, Bildungswissenschaft und Philosophie ebenso wie an alle, die sich mit Fragen der menschlichen Entwicklung und einem zeitgemäßen Verständnis von Bildung beschäftigen.

Bibliografische Angaben:

Michael Zech, Constanza Kaliks, Jost Schieren (Hg.): Individuation als Bildungsprozess. Perspektiven zu Rudolf Steiners Ich-Verständnis.
Info3 Verlag, Frankfurt am Main, 1. Auflage 2026
Hardcover mit Fadenheftung, 528 Seiten, 38 Euro
ISBN 978-3-95779-248-8

Über die Autor:innen:

  • Dr. M. Michael Zech, geboren 1957 in München. Waldorflehrer, Professor für Kulturwissenschaften und ihre Didaktik an der Alanus Hochschule in Alfter.
  • Dr. phil. Constanza Kaliks ist in der Leitung der Pädagogischen Sektion (Abteilung für Pädagogik) der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum in der Schweiz tätig.
  • Dr. Jost Schieren ist Professor für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Waldorfpädagogik und Dekan des Fachbereichs Bildungswissenschaft an der Alanus Hochschule in Alfter.

Save the Date: Aus Anlass der Buchveröffentlichung lädt die Alanus Hochschule vom 19. bis 21. November 2026 zur Tagung „Individuation als Bildungsprozess. Impulse für eine Pädagogik der Zukunft“ ein.

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