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Interview mit unserer Alumna Angelika Degenhardt

Angelika Degenhardt hat den Master Praxisforschung in pädagogischen, sozialen und therapeutischen Berufsfeldern absolviert und arbeitet nun auch als Lehrlogopädin an der Gesundheitshochschule.

Wo bin ich und was mache ich?

Hallo, mein Name ist Angelika Degenhardt. Ich habe 1988 meine staatliche Anerkennung als Erzieherin erhalten und habe bis zu meiner Elternzeit diesen Beruf ausgeübt. Nachdem meine eigenen drei Kinder etwas älter waren, habe ich mich an eine neue Ausbildung zur Logopädin gewagt. Seit 2006 arbeite ich als Therapeutin in eigener Praxis in Königswinter, zurzeit gemeinsam mit 4 Mitarbeiterinnen. Wir arbeiten mit Kindern und Erwachsenen.
Ein Schwerpunkt meiner Arbeit sind Therapien mit Kindern, die Unterstützung beim Erwerb von Lese- und Schreibkompetenz benötigen. Diesen Kindern reichen die klassischen Lehrmethoden der Schule nicht aus, um kompetente Leserinnen/Leser und Schreiberinnen/Schreiber zu werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt aber in der Arbeit mit Patientinnen und Patienten mit schwerenneurologischen, mulitkomplexen Erkrankungen. Die Patientinnen und Patienten haben vielschichtige Probleme, z.B. in der Bewegung und auch die Kompetenz des Sprechens, des Atmens und des Schluckens sind Bewegungskompetenzen, sodass wir Logopädinnen und Logopäden mit den Betroffenen therapeutisch arbeiten.
Um diese Therapien machen zu können, habe ich verschiedene Zusatzqualifikationen erworben und bin darüber 2009 auch Lehrlogopädin geworden. Ich unterrichte zukünftige Logopädinnen und Logopäden und begleite sie in ihrer praktischen Ausbildung.
Da sich die logopädische Ausbildung in den letzten Jahren stark verändert hat, habe ich 2016 an der Alanus-Hochschule den Studiengang Master of Education, Pädagogische Praxisforschungbegonnen und 2019 mit dem Masterkolloquium abgeschlossen.
Verändert hat sich dadurch in meinem Tätigkeitsfeld nicht viel, aber ich fühle mich gestärkt den Herausforderungen zu begegnen, die Auszubildenden auf dem Weg in ihren verantwortungsvollen Beruf zu begleiten, besonders da immer mehr Auszubildende einen Studienabschluss anstreben.

Die Arbeit in meiner Praxis ist von gegenseitiger Wertschätzung geprägt und bildet die Basis unseres Miteinanders, sei es mit meinen Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen oder im Team mit meinen Kolleginnen. Ebenso wertschätzend arbeite ich an der Gesundheitshochschule mit den Auszubildenden und Studierenden.

Durch das Studium an der Alanus-Hochschule fühle ich mich darin gestärkt reflektiert im Umgang mit denjenigen zu arbeiten, die darauf vertrauen, dass ich sie mit meinem Fachwissen begleite und unterstütze.

 

Wie kam ich hierher?

Seit einigen Jahren gibt es in der Logopädie die Bestrebung der Akademisierung. Dem konnte und wollte ich mich eigentlich nie anschließen. Da ich aber durch meine intensive berufliche Tätigkeit und damit verbundenen Zusatzausbildungen häufig um fachlichen Rat gefragt worden bin, hat sich die Idee, etwas von meiner Erfahrung und meiner Einstellung zum Beruf an andere Menschen weiterzugeben, immer mehr verfestigt. Die logopädische Ausbildung sollte nicht nur geprägt sein von umfangreicher Wissensvermittlung, sondern auch von der Vermittlung der Salutogenese (wörtlich übersetzt: Gesundheitsentstehung), denn dazu gehört mehr als die Intervention in Form von medizinischer Versorgung. Es gilt die Frage in den Fokus zu nehmen was der Mensch für seine Gesundheit tun kann? Dazu gehört neben dem Verstehen, z.B. der Fakten einer Erkrankung, ebenso die Ressourcen mit einer Erkrankung umzugehen und einen Sinn darin zu sehen diese zu bewältigen.
Somit bin ich 2009 von einer Kollegin gebeten worden einen Lehrauftrag an der Gesundheitsfachschule für Logopädie zu übernehmen. Diese Ausbildung hat sich in den folgenden Jahren weiterentwickelt und sich der Akademisierung geöffnet, sodass die Fachschulausbildung zumausbildungsintegrierten Studium wurde. Meine Rolle als Lehrlogopädin hat immer mehr Fragen aufgeworfen und ich wollte mich diesen Herausforderungen stellen. Da war dann ein eigenes Studium naheliegend und so rückte auch für mich die Akademisierung immer mehr in mein Bewusstsein.
Die Kollegin, die mich als Lehrlogopädin an die Fachschule geholt hatte, hat mir schlussendlich den Weg an die Alanus-Hochschule eröffnet, da sie bereits selbst das Studium der Pädagogischen Praxisforschung abgeschlossen hatte.

Die Alanus-Hochschule hat es mir zudem ermöglicht als beruflich Qualifizierte anerkannt zu werden und ein Masterstudium zu absolvieren, ohne zuvor ein Bachelorstudium abgeschlossen zu haben.

 

Inwiefern hat mich die Zeit an der Alanus Hochschule geprägt?

Die Zeit an der Alanus Hochschule hat mich durch die vielen Begegnungen mit Menschen der Hochschule und Menschen, die wie ich bereits einem Lebensplan folgten und nun ein Studium absolvierten, geprägt. Diese Begegnungen haben mir Perspektiven eröffnet, eine neue Sichtweiseauf Dinge, die ich ohne Studium vermutlich nie betrachtet hätte.
So viele verschiedene Menschen aus so vielen unterschiedlichen Lebenshintergründen, die einen Teil des Lebensweges gemeinsam gegangen sind, gemeinsam gelernt, geforscht haben, gemeinsam künstlerisch tätig waren, sich gemeinsam über Dinge auseinandergesetzt haben und Sachverhalte erforscht und besser verstanden haben, waren eine ganz besondere Bereicherung in meinem Leben.
Im Laufe des Studiums hat sich der Fokus verändert und es war kein Studium mehr zur weiteren beruflichen Qualifizierung, sondern eine Lebensbereicherung.
Das Studium ließ viel Raum für eigene Ideen und Forschungsinteressen. Ich konnte dies vielleicht sogar ganz besonders wahrnehmen, da ich nicht primär aus einem pädagogischen Beruf in das pädagogische Studium gegangen bin. Ich habe es während des gesamten Studiums als Freiheit empfunden, meine Forschungsinteressen auf meinen Beruf auszurichten … „Pädagogik meets Logopädie“.

Die Dozentinnen und Dozenten waren immer interessiert an dem Weg, den wir Studierenden uns eröffneten und beschritten. Für mich waren sie Wegbegleiter nicht Wegbereiter.
Besonders dieses Verhältnis der Dozenten der Alanus-Hochschule zu den Studierenden prägt heute meinen Umgang zu den Auszubildenden und Studierenden, deren Weg in den logopädischen Beruf ich weiterhin begleite.

 

Mehr Informationen zum Master-Studiengang Praxisforschung in pädagogischen, sozialen und therapeutischen Berufsfeldern finden Sie hier.

 

Interview mit unserer Alumna Angelika Degenhardt