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Entwicklungsprozesse junger Menschen nachhaltig begleiten

Pädagogikstudentin Laura Brüggen über Hyperconsumerism, ihre Mitarbeit im Forschungsprojekt „Fridays for Future“ und was das alles mit ihrem Studium der Waldorfpädagogik zu tun hat.

Du studierst im 2. Semester den Studiengang Master Pädagogik/Waldorfpädagogik in Teilzeit. Was ist das Besondere an dem Studium?

Ich bin ein großer Fan von der Kombination aus künstlerischen und wissenschaftlichen Vertiefungen. Da ich persönlich sehr gerne kreativ bin und gleichzeitig auch das wissenschaftliche Arbeiten schätze, spricht mich diese Verknüpfung sehr an. Hinzu kommen philosophische Komponenten, durch die ich neben meinen fachlichen Kompetenzen auch meinen persönlichen Horizont erweitere, was ich großartig finde.

Warum hast Du dieses Studium begonnen?

Aus unterschiedlichen Stationen meines Werdegangs bringe ich bereits Lehrerfahrung mit. Ich habe zum Beispiel während und nach meinem Masterstudium in Schweden Workshops an Schulen durchgeführt mit dem Schwerpunkt Klimawandel und Einfluss und Rolle der Textilindustrie. Die Zielsetzung war, junge Menschen auf den eigenen Lebensstil aufmerksam zu machen und in den Kontext der globalen Klimakrise zu setzen. Des Weiteren durfte ich an meiner damaligen Universität Vorlesungen und Workshops u.a. zum Thema „Hyperconsumerism“ halten.

Im Austausch mit den Schüler:innen und Studenten:innen habe ich gemerkt, wie kreativ und innovativ man bereits in jungen Jahren mit wichtigen Themen unserer Zeit, insbesondere dem Klimawandel, umgehen kann und sollte. Hierbei wurde mir bewusst, dass ich große Freude daran habe, durch das Vermitteln von Wissen etwas zu bewegen. Vor allem die Arbeit mit jungen Menschen finde ich besonders spannend und herausfordernd, da sie einem die Möglichkeit, aber auch Verantwortung gibt, sie in ihrem Entwicklungsprozess nachhaltig zu begleiten. Bei meinem Wunsch, in den Lehrberuf zu starten, habe ich mich dann bewusst für das Konzept der Waldorfpädagogik entschieden, da es für mich ein herausragendes Lehr- und Lernformat ist und meinem Selbstverständnis von ganzheitlichem Lernen entspricht.

Was ist Dein Lieblingskurs/-seminar?

Da ich noch ganz am Anfang meines Studiums bin, würde ich sagen, dass ich mich noch auf Entdeckungstour befinde. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich bisher aus jedem Seminar etwas anderes für mich mitnehmen konnte und mich unsere Dozent:innen und meine Kommiliton:innen sehr inspirieren.

Du bist auch gleichzeitig Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt des Fachbereichs Bildungswissenschaft. Worum geht es in dem Forschungsprojekt?

In dem Forschungsprojekt geht es darum herauszufinden, welchen Wissensstand Jugendliche der Generation Z (Kohorten 1997-2012) zu aktuellen Themen des Klimaschutzes und nachhaltigen Lebensstils haben. Darüber hinaus, welche Bedeutsamkeit diese Fragestellungen in ihrem eigenen Lebenslauf unter Berücksichtigung der tatsächlichen Umsetzung haben. In diesem Zusammenhang achten wir besonders darauf, welche primären und sekundären Sozialisationsbedingungen mögliche Einflüsse nehmen, speziell in Anlehnung einer waldorfpädagogischen Sozialisation.

Was sind Deine speziellen Aufgaben in dem Projekt? Was ist für Dich das Besondere an dem Projekt?

Als ich zum ersten Mal von dem Projekt erfahren habe, konnte ich es zuerst kaum glauben und war sofort hellauf begeistert. Es knüpft für mich dort an, womit ich Schweden verlassen habe – eine Leidenschaft und Hinterfragung nachhaltiger Lebensstile und entsprechendem Bewusstsein. In der Projektarbeit würde ich mich als „Allrounderin“ beschreiben. Ich versuche das Team in jedem Bereich dort zu unterstützen, wo Hilfe gebraucht wird. Angefangen bei der Organisation und Sortierung von Meeting-Ergebnissen bis hin zur Recherche und Mitwirkung in der Konzipierung des Erhebungsinstruments ist von allem etwas dabei. Im gleichen Zug lerne ich viel von der Expertise meiner Team-Mitglieder, wofür ich sehr dankbar bin.

Von welchem vergangenen Ereignis würdest Du sagen, dass es Dich beruflich geprägt hat?

Ich würde sagen, dass mich die Diskussionen mit den Schüler:innen und Student:innen im Anschluss unseres Workshops oder meinen Vorlesungen sehr bewegt haben. Die Art und Weise und Vielfältigkeit von Gedanken und Perspektiven sind so faszinierend, vor allem wie diese in Dialog treten. Dieses Feuer habe ich seither in mir getragen, weshalb ich mich sehr glücklich schätze, mich als Quereinsteigerin in den Lehrberuf hier an der Alanus Hochschule vorbereiten zu können.