Mit rund 200.000 Kinderzeichnungen aus den Jahren 1920 bis heute verfügt die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter über ein bundesweit einzigartiges Kinderbildarchiv. Die Sammlung ist ein außergewöhnliches kultur- und bildungshistorisches Zeugnis. Sie zeigt über ein ganzes Jahrhundert hinweg, wie Kinder ihre Welt zeichnerisch deuten – zwischen Alltag und gesellschaftlichem Wandel. Um dieses visuelle Gedächtnis der Kindheit dauerhaft zu sichern und für Forschung zugänglich zu machen, sucht die Hochschule nun gezielt Partner:innen und Unterstützer:innen.
Das Kinderbildarchiv ist seit mehreren Jahren am Fachbereich Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaft angesiedelt. Vor rund 15 Jahren wurde der Bestand über Prof. Dr. Barbara Wichelhaus von der Universität zu Köln übernommen und seither kontinuierlich erweitert. Heute umfasst die Sammlung Arbeiten aus unterschiedlichen Regionen und Kulturkreisen und dokumentiert eindrucksvoll, wie sich kindliche Bildwelten über Generationen hinweg verändert haben – von frühen analogen Erfahrungsräumen bis hin zu komplexen, medial geprägten Bilderwelten der Gegenwart.
Die Zeichnungen sind weit mehr als kunstpädagogisches Material: Sie eröffnen unmittelbare Einblicke in die Welt- und Selbstwahrnehmung von Kindern und sind bedeutsam für Kunstpädagogik, Kultur- und Medienwissenschaft, Psychologie sowie therapeutische und künstlerische Forschung. Viele der älteren Arbeiten sind jedoch durch Materialverfall bedroht. Zwar wird aktuell eine Förderung über die Archivförderung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) beantragt, doch die Mittel reichen nicht aus, um die notwendige konservatorische Sicherung, Digitalisierung und den Aufbau eines fachgerecht geführten Archivs umzusetzen.
„Dieses Archiv ist weit mehr als eine Sammlung von Kinderbildern – es ist ein einzigartiges kulturhistorisches Gedächtnis“, betont Prof. Dr. Rabea Müller, Leiterin des Instituts für Kunsttherapie am Fachbereich Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaft der Alanus Hochschule. „In den Zeichnungen spiegeln sich gesellschaftliche Veränderungen ebenso wie individuelle Perspektiven. Um diesen Schatz für kommende Generationen zu bewahren, brauchen wir starke Partner an unserer Seite.“
Die Alanus Hochschule lädt daher Institutionen, Fördernde und Fachleute ein, das Projekt durch Spenden, Kooperationen oder fachliche Expertise zu unterstützen und die professionelle Archivierung sowie wissenschaftliche Nutzung dieser einmaligen Sammlung möglich zu machen.
Kontakt für Kooperationsanfragen:
Prof. Dr. Rabea Müller, Alanus Hochschule
Rabea.Mueller@alanus.edu
Kontakt für Presseanfragen:
+49 (0)2222 9321-1944
presse@alanus.edu
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Bild: „Rotkäppchen und der Wolf“, Kinderzeichnung aus Deutschland 1976
(© Alanus Hochschule / Kinderbildarchiv)
