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Ehrenamt als Dienst am Gemeinwesen

Ein Staat kann ohne ehrenamtliches Engagement dauerhaft nicht überleben. Davon ist Sascha Liebermann überzeugt.

Welche Bedeutung hat das Ehrenamt? Fragt man Sascha Liebermann, Professor für Soziologie am Institut für philosophische und ästhetische Bildung, ist eine breite ehrenamtliche Tätigkeit ein wichtiger Faktor für ein intaktes Gemeinwesen. Er ist der Auffassung, dass dieses ohne Ehrenamt nicht existieren kann, wie er in einem Interview mit der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg (IHK) sagt: „Vereine, Wohlfahrtsorganisationen, Kirchen, Parteien, die freiwillige Feuerwehr – sie alle leben von Ehrenamtlichen.“ Für den Experten auf dem Gebiet Sozial- und Wirtschaftsstaat ist daher klar, dass kein Staat ohne unentgeltliches soziales Engagement durch die Bürger:innen auskommen kann. Als konkretes Beispiel nennt er die Ereignisse des Sommers 2015, als innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Geflüchtete nach Deutschland kamen: „Die Kommunen standen vor der Aufgabe, die vielen Geflüchteten aufzunehmen. Hier waren es freiwillige Helfer:innen, die zuerst einsprangen“, führt der Soziologe aus. Gleichzeitig kann an diesem Beispiel aufgezeigt werden, worauf es den Ehrenamtler:innen bei ihrem Engagement vor allem ankommt: einen aktiven Beitrag für ein intakten Gemeinwesen leisten.

Wie hat sich die Bereitschaft zum Ehrenamt in den vergangenen Jahren verändert? „Eines gilt nach wie vor: Das Ehrenamt hat an Bedeutung nicht verloren!“, sagt Liebermann. Anhand der Hochwasserkatastrophe in Deutschland wird das aktuell deutlich. Noch immer reisen täglich unzählige Menschen in die Krisenregionen, um vor Ort ehrenamtlich die Aufräumarbeiten zu unterstützen. Der Soziologe mahnt jedoch an, dass durch den in jüngerer Vergangenheit weiter zugenommenen Stellenwert von Erwerbstätigkeit relativ weniger Zeit in ehrenamtliche Tätigkeit gesteckt wird. Das hängt insbesondere mit der individuellen finanziellen Situation der Menschen zusammen: „Es wird oft übersehen, dass man sich ein Ehrenamt leisten können muss, man muss also zuerst einmal ausreichend Einkommen haben, um sich engagieren zu können.“  Mehr dazu kann im Interview mit der IHK nachgelesen werden. Zum Interview geht es hier.

Inwiefern der Stellenwert ehrenamtlicher Arbeit durch das Bedingungslose Grundeinkommen gesteigert werden könnte, erklärt Sascha Liebermann in Folge 1 "Nie wieder arbeiten gehen?" des Studierenden Podcasts Alanus Punkt.Landung.

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