EN
Studienbereiche
Architektur
Bildende Kunst
Bildungswissenschaft
Eurythmie
Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaft
Philosophie
Schauspiel
Wirtschaft

Institut für Sozialorganik

Die moderne, arbeitsteilige Wirtschaft stößt immer mehr an ihre Grenzen. Der Ruf nach einer ethischen Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft wird angesichts der aktuellen Herausforderungen immer lauter. Es herrscht Konsens, dass neben der ökonomischen auch die ökologische und die soziale Dimension wirtschaftlichen Handelns zu beachten sind.

Eine nachhaltige Wirtschaft ist das Credo unserer Zeit. Die geforderte Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft kann jedoch mit dem "alten Denken" über Wirtschaft nicht erreicht werden. Der notwendige Paradigmenwechsel verlangt ein "neues Denken". Dieses neue Denken gibt dem Menschen als Ausgangspunkt und Ziel allen wirtschaftlichen Handelns den Vorrang vor ökonomischen Kategorien.

Es geht um die normative Frage, wie eine Wirtschaft von Menschen für Menschen aussehen sollte. Damit wird eine vierte Dimension der Nachhaltigkeit, die kulturelle Dimension oder auch "Sinn-Dimension", zur Grundlage wirtschaftlicher Gestaltungsfragen. Statt einem materiellen "Was" oder einem technischen "Wie" rückt  das bewusstseinsorientierte "Warum" in den Vordergrund. Dies ermöglicht eine Neuausrichtung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimensionen unseres Handelns, das sich an der Kernfrage misst: "Was macht Sinn?".

 

 

Veranstaltungen

Jahrestagung des Instituts für Sozialorganik: Wirtschaft und Kunst - die soziale Plastik nach Joseph Beuys
02.09.21, Alnatura Campus, Darmstadt

Eine nachhaltige Transformation unserer Gesellschaft und Wirtschaft gelingt nur durch neue kreative Ideen. Dabei kommt weniger der digitalen Technik, als vielmehr dem schöpferischen Menschen als Gestalter der sozialen Transformation die zentrale Schlüsselrolle zu. Wir erachten das Thema unserer Jahrestagung gerade in dieser Zeit als relevant und wichtig. Deshalb möchten wir die Tagung anlässlich des 100. Geburtstags von Joseph Beuys am 02.09.2021 auf dem Alnatura Campus in Darmstadt durchführen.

Freuen Sie sich auf Beiträge von Prof. Dr. Götz Rehn (Gründer von Alnatura), Johannes Stüttgen (Künstler und Beuys-Schüler) und Anke Pavlicek (Verantwortliche Alnatura Campus & Außengelände).

Die Veranstaltung findet in Präsenz statt.
Für weitere Informationen melden Sie sich gerne bei Louise.Scharna@alanus.edu

Sozialorganische Werkstatt: Geheimnisse der Markenführung
(mit Didier Focking)

04.11.21, Alnatura Campus

In unserer sozialorganischen Werkstatt werden Sie die Grundlegeln einer erfolgreichen Markenbildung und Markenführung kennenlernen. Viele inspirierende Beispiele machen den Workshop für alle, die erfolgreiche Markenbildung verstehen wollen - sehr praxisnah und informativ.

 

 

Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Spenden und Zuwendungen angewiesen. Gleichzeitig versuchen wir, unsere Veranstaltungen so günstig wie möglich zu halten, und jedem Interessenten unabhängig vom Einkommen eine Teilnahme durch Staffelpreise zu ermöglichen. Unsere Preise decken dabei unseren Arbeitseinsatz sowie die Leistungen unserer Partner kostendeckend ab. Sollten unsere Teilnahmepreise für Sie dennoch zu hoch sein, sprechen Sie uns gerne an. Wir finden bestimmt eine Lösung! 

Ziele und Methode

Das Institut für Sozialorganik ist an den Fachbereich Wirtschaft der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn angegliedert. Es widmet sich der Erforschung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Phänomene unter besonderer Berücksichtigung der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners. Die "sozialorganische" Methode, zu der Steiner wichtige Anregungen gegeben hat, ermöglicht es, die Resultate der etablierten Wirtschaftswissenschaften zu ergänzen und zu erweitern.

Die Sozialorganik betrachtet Wirtschaft als ein Organ des sozialen Organismus, wie ihn die Gesellschaft als Ganzes darstellt. Anders als ein natürlicher Organismus, der sich gemäß seinem Schöpfungsimpuls, dem ihm eingeprägten Urbild, stets typisch entwickelt, bedarf der soziale Organismus der immerwährenden bewussten Gestaltung durch die Ideen und Handlungen seiner Mitglieder, der handelnden Menschen.

Dabei wird ein Menschenbild zu Grunde gelegt, das den Menschen nicht als bloßes Eindrucks- oder Verhaltenswesen betrachtet, sondern als schöpferisches und freies Ausdruckswesen begreift, das aus Einsicht heraus sinnvoll handeln kann.

Wirtschaftlichen Phänomene werden in der Sozialorganik durch die sie bewirkenden Bildeprinzipien, d. h. dynamisch, auf den jeweiligen Entstehungsprozess bezogen, verstanden. Anders als in statischen oder mechanischen Modellen der von neoklassischen Annahmen geprägten Wirtschaftswissenschaften lassen sich die komplexen wirtschaftlichen Zusammenhänge so tatsächlich begreifen und daraus zielgerichtete Handlungsempfehlungen ableiten.

Forschungsschwerpunkte

Sozialorganische Grundlagenforschung
Die Grundlagenforschung umfasst die wissenschaftliche Aufarbeitung und Weiterentwicklung des sozialorganischen Ansatzes und seine Verortung im anthroposophischen sowie wirtschaftswissenschaftlichen Diskurs. Besondere Beachtung finden dabei die geistig-kulturellen Impulse im Wirtschaftsleben. Ein Ziel der sozialorganischen Forschung ist es, zu wirklichkeitsnahen und kontextabhängigen Begriffen und damit zu neuen Ansätzen zu kommen, die dem dynamischen Wirtschaftsleben gerecht werden und die Gestaltungsimpulse, die die Prozessen bewirken, besser zu fassen vermögen. Hierzu arbeitet das Institut für Sozialorganik mit Unternehmen zusammen, in denen sozialorganische Konzepte umgesetzt werden.

Führung
Die Sozialorganik erweitert den Begriff der Mitarbeiterführung um drei weitere Dimensionen von Führung: die "Führung durch den Kunden", die "Selbstführung" und die "Sinnführung".
Mitarbeiterführung im Sinne der sozialorganischen Führungsidee versteht sich als Begleitung des Mitarbeiters in dessen Selbstführung und Freiheit. Grundlage dafür ist eine Haltung, die den anderen als Individuum toleriert und an seine individuelle Entwicklungsfähigkeit glaubt. Als eine praktische Orientierungs- und Reflexionshilfe wurde das Modell der "Situativen Mitarbeiterführung" entwickelt, das verschiedene Führungskompetenzen bzw. Formen der Kommunikation und Zu¬sammenarbeit voneinander unterscheidet.
    
Unternehmenskultur
Eine Neuausrichtung unternehmerischer Aktivitäten ist unerlässlich. Nur wenn die Wirtschaft das Thema Nachhaltigkeit grundsätzlich in ihrem Denken und Handeln lebt, kann die Zukunft von Mensch und Erde gesichert werden. Dieser notwendige Wandel verlangt nach einem radikal neuen Denken über Wirtschaft. Ihr Sinn ist nicht primär die Erfolgsmaximierung, sondern vor allem die Maximierung des Sinns.

Wertbildungsrechnung (WBR)
Die Wertbildungsrechnung (WBR) ist ein Steuerungs- und Führungsinstrument des unternehmensinternen Rechnungswesens. Ziel ist es, Leistungsverflechtungen zwischen Leistungserbringern und Leistungsempfängern transparent und anschaulich darzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Leistungsströme. Hiermit unterscheidet sich die WBR im Kern von herkömmlichen Formen der Kostenrechnung. Alles, was auf der Seite eines Unternehmens zur Entstehung einer Leistung (z. B. eines Produkts) beiträgt, wird nicht als Kostenfaktor betrachtet, sondern als Leistung, die in den Wert eines Produktes einfließt. Diese Begrifflichkeit führt zu einer anderen Betrachtung von Mitarbeitern: Erscheinen sie in herkömmlichen Kostenrechnungsmodellen als Kosten, die es möglichst zu minimieren gilt, so legt die WBR den Fokus darauf, dass ein Wert stets durch die Leistungen der Mitarbeiter gebildet wird. Diesem Wert gegenüber treten die Kunden, die ihre Wertschätzung durch den Kauf oder Nichtkauf der erbrachten Leistungen ausdrücken. Wertströme abzubilden und sinnvolle Begriffe anzuwenden, ist ein wichtiges Ziel der WBR.

Die Arbeit des Instituts für Sozialorganik im Bereich der Wertbildungsrechnung fokussiert sich vor allem auf folgende Schwerpunkte:

  • Erforschung der sozialorganischen Grundlagen der WBR
  • Definition der Aufgaben und Funktionen der WBR im Rahmen von Forschungsaufenthalten in Unternehmen
  • Analyse der Wirkungen der WBR als angewandte Erfolgsrechnung im Rahmen von Forschungsaufenthalten in Unternehmen
  • Bekanntmachung der WBR als Alternative zu traditionellen Methoden der Erfolgsrechnung
  • Untersuchung der Wechselwirkung der WBR mit dem gelebten Führungsverhalten und Bestimmung der erforderlichen Rahmenbedingungen mit dem Schwerpunkt der geistig-kulturellen Dimension wirtschaftlichen Handelns
  • Weiterentwicklung der WBR als sozialorganisches Steuerungsinstrument nach dem Gegenstromprinzip

Tätigkeiten

Das Institut für Sozialorganik erbringt u. a. folgende Leistungen:
 

  • Kolloquien und Tagungen zu aktuellen Themen
  • Vorlesungen
  • Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten
  • individuelle Entwicklungsbegleitung und Potenzialentfaltung
  • Forschungsprojekte zur Wertbildungsrechnung und Führung auf dem Weg in die Selbstorganisation
  • praxisnahe Vorträge zu Themen rund um sozialorganische Führung, Achtsamkeit und Digitalisierung, Organisationsgestaltung, New Work und Wertbildungsrechnung
  • Arbeitsgruppen und Workshops, in denen sozialorganische Ideen und Methoden direkt erprobt werden können.

Kooperationen

Das Institut kooperiert mit dem Lehrstuhl von Prof. Dr. Helge Löbler, Inhaber der Professur für BWL, insbesondere Marketing, an der Universität Leipzig.

Weitere Kooperationen werden aktuell entwickelt. Das Institut für Sozialorganik strebt Kooperationen mit anderen universitären und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Unternehmungen im In- und Ausland an, die sich mit ähnlichen Fragestellungen bzw. Forschungsvorhaben beschäftigen.
 

Beiträge für Sozialorganik

Seit Juni 2015 veröffentlicht das Institut für Sozialorganik in unregelmäßiger Abfolge Vorträge, Aufsätze und Forschungsarbeiten der Institutsmitglieder zu den Ideen und Gedanken der Sozialorganik.
Das Vorwort der Schriftenreihe von Prof. Dr. Götz E. Rehn können Sie sich hier herunterladen.

Sollten Sie Interesse an den Beiträgen zur Sozialorganik haben, wenden Sie sich einfach an uns.

Nr. 1/2016 Prof. Dr. Götz E. Rehn: Zusammenarbeit neu gestalten
Vortrag bei der Tagung "Kollektive Wertschöpfung - Die sich selbst führende Organisation" des Instituts für Sozialorganik am 4. November 2015 an der Alanus Hochschule in Alfter

Nr. 3/2015 Prof. Dr. Götz E. Rehn: Das Diktat der Transparenzgesellschaft und die Sehnsucht der Menschen nach Märchen
Vortrag bei der Tagung "Von der Leistung zur Schöpfung - wie wollen wir in Zukunft leben und  arbeiten?" des Instituts für Sozialorganik am 5. November 2014 an der Alanus Hochschule in Alfter

Nr. 2/2015 Dr. Julia Döring: Fragen und Formen "kommunikativer Nachhaltigkeit"
Vortrag bei der Tagung "Von der Leistung zur Schöpfung - wie wollen wir in Zukunft leben und  arbeiten?" des Instituts für Sozialorganik am 5. November 2014 an der Alanus Hochschule in Alfter

Nr. 1/2015 Prof. Dr. Götz E. Rehn: Wirtschaft neu denken
Antrittsvorlesung am 17.09.2007 an der Alanus Hochschule in Alfter

Spenden

Als gemeinnützige Organisation ist das Institut für Sozialorganik dringend auf Spenden angewiesen, um die sozialorganische Forschung voranzutreiben.
Eine Unterstützung unserer Arbeit ist im Rahmen einer Bausteinpartnerschaft möglich, bei der zunächst für die Dauer von fünf Jahren ein finanzieller Baustein in Höhe von 2.500€ bis 10.000€ gespendet wird. Daneben besteht natürlich auch die Möglichkeit, das Institut mit einer Einmalspende zu unterstützen. Außerdem freuen wir uns auch, wenn Sie uns auch nicht-finanziellem Wege unterstützen können, z.B. mittels Sachspenden oder indem Sie uns dabei helfen, unsere Ideen zu kommunizieren.

Spenden per Überweisung
Kontoinhaber: Alanus Hochschule
IBAN: DE91 3702 0500 0007 0793 00
BIC: BFSWDE33XXX (Bank für Sozialwirtschaft)
Überweisungszweck: Baustein/ Spende Institut für Sozialorganik

 

Kontakt zum Institut für Sozialorganik

Institut für Sozialorganik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Villestraße 3
53447 Alfter
sozialorganik@alanus.edu