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Bau einer Workbox im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts

Errichtung eines Demonstrators im Rahmen des Forschungsprojektes „Biobasierte Produkte” als Startschuss für ein NaWaRo-Kompetenzzentrum im Unternehmerpark Kottenforst in Meckenheim

In der Region Bonn/Rhein-Sieg haben die drei Hochschuleinrichtungen Universität Bonn, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Alanus Hochschule eine federführende Expertise in der Entwicklung und Anwendung von biobasierten Produkten. Die Gesamtstrategie des geplanten Vorhabens ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller drei Hochschuleinrichtungen im Bereich „Kompetenzschwerpunkt Biobasierte Produkte“ zu fokussieren. Dazu soll auch wesentlich enger mit Firmen aus NRW im Bereich der stofflichen Verwertung nachwachsender Rohstoffe für die Herstellung neuer biobasierter Materialien für verschiedenste Anwendungen zusammengearbeitet werden. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.


Mit dem Vorhaben werden nun durch den Zusammenschluss die bisher meist bilateralen Forschungsarbeiten der Partner wesentliche Synergien bringen und dadurch auch den Output des umsetzungsorientierten Forschungs- und Innovations-Potentials der Region deutlich erhöhen. So sind bereits jetzt die Hochschulen, Unternehmen und Kommunen in dem 2015 neu gegründeten „bio innovation park Rheinland e.V.” gebündelt und haben auch schon erste gemeinsame Projekte angeschoben, wie z. B. das BMU-Projekt „Klimaneutraler Wissenschafts- und Gewerbepark“. Bei den beteiligten Firmen wurde der Bedarf an zukünftigen Entwicklungen in Einzelgesprächen und in gemeinsamen Veranstaltungen und Fachforen im Vorfeld zur Antragstellung abgefragt. Diese Erkenntnisse sind auf ganz NRW übertragbar. Dadurch wurden folgende drei Gruppen an biobasierten Produkten als besonders aussichtsreich identifiziert: Biobasierte Verpackungen (Teilprojekt 1), Baustoffe (Teilprojekt 2) und bioaktive Additive (Teilprojekt 3).

Die Bachelorthesis von Julian Weber und Raphael Reichert ist im Teilprojekt 2 angesiedelt: NRW/EFRE Förderinitiative Forschungsinfrastrukturen, FKZ EFRE-0500036. Zum Erreichen der international vereinbarten Klimaschutzziele ist es erforderlich, neue nachhaltige Baustoffe zu entwickeln, deren Marktpräsenz derzeit noch zu gering ist. Daher soll aufbauend auf den Vorarbeiten der verschiedenen Hochschulen und Unternehmen die besondere Expertise der Einrichtungen gebündelt werden, um möglichst schnell alternative und unbedenkliche Bauprodukte auf den Markt bringen zu können. Die Hauptziele des Teilprojektes sind dabei die Verbesserung der Forschungsinfrastruktur und Stärkung des Forschungsverbundes, das Erschließen neuer Anwendungsgebiete für umweltfreundliche Baustoffe aus „low-input“ nachwachsenden Rohstoffen und eine beispielhafte Umsetzung durch die Herstellung von Demonstratoren aus den neu entwickelten Baustoffen.

An diesem Punkt knüpft die Bachelorthesis an. Das Thema ist, einen Demonstrator aus nachwachsenden Rohstoffen zu bauen, die sogenannte „Workbox“. Dabei sollen Miscanthus, Paulownia und andere nachwachsende Rohstoffe aber auch Baustoffe wie Lehm und Stroh zusammenkommen und zeigen, inwiefern diese nachwachsenden Roh- und Baustoffe zukunftsfähig sein können. Die Workbox wird zwei Umkleiden und einen Raum zur Ablage für Geräte und Maschinen beinhalten, also quasi ein etwas größeres Gartenhaus sein.

Die Bachelorthesis gliedert sich dabei in insgesamt fünf Phasen: Phase A: Standortanalyse, Phase B: Entwurfsplanung, Phase C: Ausführungsplanung, Phase D: Bauprozess, Phase E: Präsentation & Dokumentation. Die Phasen A bis C sind bereits abgeschlossen. Standort der „Workbox“ wird ein Areal im Unternehmerpark Kottenforst der Stadt Meckenheim sein. Im Nordwesten der Stadt befindet sich ein großes Gewerbegebiet, der Unternehmerpark Kottenforst. Mit diesem stößt die Stadt Meckenheim städtebaulich in neue Dimensionen vor. Seine Gesamtfläche beträgt mit 45 Hektar rund ein Drittel des alten Industrieparks Kottenforst, der sich auf 137 Hektar verteilt und direkt gegenüber im Nord-Westen angrenzt. Als Eigentümerin setzt die Stadt Meckenheim bewusst auf nachhaltige Erfolge und nicht auf kurzfristige Gewinne.

Für die Profilierung des Unternehmerparks wurden durch die Wirtschaftsförderung Ansiedlungskriterien entwickelt. Zu ihnen zählen unter anderem die Zugehörigkeit zum Branchencluster „bio innovation“ beziehungsweise die Stellung im Wertschöpfungsmodell „Präzisionsgartenbau“, der ressourcenschonende Umgang mit Flächen, die Bebauung, die Gestaltung und die Nutzung der Grundstücke, insbesondere das Bauen mit Holz und der Einsatz erneuerbarer Energien sowie weiterer Klimaschutzmaßnahmen. Die naturnahe Gestaltung geht einher mit den zukunftsweisenden Ansiedlungskriterien, die im Unternehmerpark Kottenforst angelegt werden: der Einsatz von Photovoltaikanlagen auf Dächern und Wänden, die Nutzung von grünem Strom, SoWORKBOX larthermie, Geothermie, die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe und die Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlagen). Erste Grundstücke sind mittlerweile verkauft, weitere konkrete Beratungs- und Ansiedlungsgespräche laufen. Das Areal der Workbox liegt am östlichen Rand des Unternehmerparks Kottenforst, direkt an der L261 und soll in mehreren Bauphasen entstehen. Ziel einer möglichen Endbebauung soll ein Kompetenzzentrum sein, auf dem sich die Workbox, ein Showroom, ein Forschungslabor, ein Büro sowie Felder zum Experimentieren an Prototypen und Anpflanzen von nachwachsenden Rohstoffen wie Miscanthus und Paulownia befinden.


Projektbearbeiter
Julian Weber
Raphael Reichert

Betreuer
Prof. Dr.-Ing. Mathias Wirths
Jano Knopp

Förderung
Europäische Union
Dieses Vorhaben wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Land Nordrhein-Westfalen

 

Bau einer Workbox im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts