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Wirtschaft studieren, um Träume zu realisieren

Alumnus Sebastian Schulz gründet im Anschluss an sein BWL-Bachelorstudium das Start-up Wertewandel.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dein Unternehmen zu gründen?

Die Idee entstand während der ersten Praxisphase bei dm-drogerie markt. Ich war zwar die meiste Zeit im Verteilzentrum in Weilerswist tätig, arbeitete zeitweise aber auch in einer Filiale. Dort durfte ich mir eigenständig Projekte suchen. Ich beschäftigte mich dann mit der Frage, wie man bei mehr Kunden ein Bewusstsein dafür schaffen könnte, Umverpackungen nicht als Müll, sondern – getreu der dm-Lehre – als Wertstoffe zu begreifen, um so der Verunreinigung des Filialparkplatzes vorzubeugen und die Auslastung der Recycling-Boxen zu erhöhen. Die Funktionsweise von PAYBACK erschien mir als optimale Möglichkeit, Menschen zu einer bestimmten Handlung zu motivieren. Unter Einsatz der Bonuskarte erhöhen sich beispielsweise der Abverkauf bestimmter Waren und der durchschnittliche Einkaufswert. Ließen sich auf diese Weise nicht auch umweltfreundliche Handlungen provozieren – und damit vielleicht nicht nur die Entsorgung von Produkten beeinflussen, sondern schon viel früher angesetzt auch die Motivation zu ihrem Erwerb? Dies weitergesponnen ergab sich sehr schnell die Idee, ein solches Bonusprogramm branchenübergreifend aufzubauen, um Nachhaltigkeit in möglichst vielen Alltagsbereichen verständlich und attraktiv zu machen.

Hat dir das Studium dabei geholfen?

Auf jeden Fall. Zum einen sind die Aufmerksamkeit und Sensibilität für diese Thematik erst durch die Lerninhalte entstanden. Ich denke, dass mir die Idee sonst gar nicht gekommen wäre. Zum anderen wurde mir auch im Studium geholfen, denn ich wurde von mehreren Professoren darin bekräftigt und unterstützt, die Idee weiterzuentwickeln – allen voran von Prof. Dr. Petersen und Prof. Kolodziej, an die ich mich direkt im Anschluss an die besagte Praxisphase gewandt hatte.

Inwiefern haben dir die Erfahrungen, die du während deiner Praxisphasen sammeln konntest, bei der Unternehmensgründung geholfen?

Bei dm bekam ich sehr früh die Chance, selbständig zu arbeiten. Das Konzept von LidA (Lernen in der Arbeit), das mir schon in der ersten Praxisphase begegnete, war sehr förderlich für meine Motivation, mich proaktiv mit meiner Tätigkeit und den Prozessen im Unternehmen bzw. der Wirtschaft als Ganzes auseinanderzusetzen. Losgelöst von der eigenen Geschäftsidee habe ich bei meiner Arbeit im dm-Verteilzentrum wirklich einmalige Erfahrungen machen und spannende Projekte bearbeiten dürfen, in denen ich gefühlt schon mein eigener Chef sein konnte.


Was gefällt dir an deiner Arbeit und inwiefern spielt Nachhaltigkeit eine Rolle?

Am besten gefällt mir, an etwas Eigenem zu arbeiten – das hat eine besondere Qualität. Auf der einen Seite macht das zwar auch enormen Druck, auf der anderen gibt es einem aber viele Freiheiten. Es ist eine Arbeit, bei der ich immer wieder gefordert werde und regelmäßig über mich hinauswachsen kann.

Nachhaltigkeit durchzieht das Geschäftsmodell von vorne bis hinten – zu wünschen ist, dass nun auch das Unternehmen nachhaltig wächst.

Was hat dich motiviert, BWL an der Alanus zu studieren?

Nach meinem Abitur wusste ich absolut nicht, in welche Richtung es für mich weitergehen sollte. Ich hatte schon immer sehr diverse Fertigkeiten und Interesse sowohl an Wirtschaft und Informatik, aber auch sehr stark an Kunst, Schauspielerei und Philosophie. Der interdisziplinäre Ansatz im BWL-Studiengang hat mich da einfach voll abgeholt.

Inwiefern hat dich dein Praxispartner während des Studiums unterstützt?

Mein Praxispartner hat mich in vollem Maße unterstützt. Einmal davon abgesehen, dass dm-Gründer Götz Werner selbst der Erste war, dem ich von meiner Idee berichtete und der mir einen wichtigen Fürsprecher zur Seite stellte, konnte ich auch an anderer Stelle bei meinen damaligen dm-Kollegen immer mit Wohlwollen rechnen. In der dritten Praxisphase gab man mir beispielsweise eine Freistellung von einer mehrwöchigen Pflichtveranstaltung, damit ich mehr Zeit hatte, mein Gründungsvorhaben voranzubringen.

Was macht ein Studium an der Alanus Hochschule aus? Wie waren und sind die Studienbedingungen, das Lernumfeld, die Gemeinschaft?

Ein entscheidender Vorteil des Studiums an der Alanus Hochschule ist ganz klar, dass die Vorlesungen in kleinem Rahmen und nicht in überfüllten Hörsälen mit Hunderten von Studenten stattfinden. Man kennt sich, man wird wahrgenommen und so kann man aktiv teilnehmen. In unserem Semester und vor allem unter den Studenten von dm gab es ein besonderes Gemeinschaftsgefühl – das trägt einen durch das Studium.

Was hat das Studium zu deiner persönlichen Weiterentwicklung beigetragen?

Ich bin durch das Studium aufmerksamer und reflektierter geworden. Ich habe auch gelernt, Dinge, die als gegeben gelten, zu hinterfragen und offen gegenüber Neuem zu sein: Nicht nur gepflasterte Straßen zu gehen, sondern auch Pfade zu beschreiten, die noch nicht gegangen wurden.


Gibt es besondere Momente im Studium auf die du gerne zurückblickst?

Rückblickend auf die drei Studienjahre kommen mir sehr viele besondere Momente in den Sinn. Im Kontext meiner Selbständigkeit ist aber vor allem der Moment hervorzuheben, als ich meinem damaligen Kommilitonen Milan Wolfs an einem entspannten Abend zum Ende des sechsten Semesters von meiner Geschäftsidee erzählte und ihn fragte, ob er nicht Lust hätte, dass wir das Ding zusammen aufziehen. Er war direkt Feuer und Flamme für die Vision, sodass wir seit jenem bedeutenden Abend vor über zwei Jahren tagtäglich mit voller Energie gemeinsam an unserem Projekt arbeiten.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

„Pläne sind unwichtig, aber Planen ist alles“ (Eisenhower). Mein Team und ich haben intensiv daran gearbeitet und planen, in Kürze mit einem wirklich genialen Produkt an den Markt zu gehen: Seit Mai können über Wertewandel online Bonuspunkte gesammelt werden, ab Mitte des Jahres folgt dann die App, die völlig ortsunabhängig den Kauf ausgesuchter nachhaltiger Marken belohnt. Was dann passiert, wird unsere Zukunft prägen.


Die Studentin Lena Hey führte das Interview mit Alumnus Sebastian Schulz, Mitgründer von Wertewandel. Sebastian hat bis zum Herbstsemester 2014 „BWL – Wirtschaft neu denken“ an der Alanus Hochschule studiert und im Anschluss gemeinsam mit seinem Kommilitonen Milan Wolfs das Unternehmen Wertewandel gegründet. 2016 erhielten Sebastian Schulz und Milan Wolfs für ihre Gründungsidee das EXIST-Gründerstipendium in Höhe von 123.500 Euro, einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert wird. Darüber hinaus sind die beiden Entrepreneure in diesem Jahr erneut mit dem Siegel Werkstatt-N-Projekt ausgezeichnet worden.

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