Gemeinsam mit dem Mannheimer Studienzentrum der Alanus Hochschule untersucht Charlotte Henning, Schülerin der Freien Fachschule für Sozialpädagogik Mannheim, wie inklusive Ausbildungswege in der (Sozial-)Pädagogik gestaltet werden können. Henning lebt mit Trisomie 21 und verfolgt das Ziel, als pädagogische Assistenz arbeiten zu können – ein Berufsweg, für den es in Deutschland bislang kaum inklusive Qualifizierungsangebote gibt. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Dr. Ulrike Barth, Professorin für transformative und inklusive Bildung an der Alanus Hochschule.
Im Mittelpunkt der Forschung steht die Perspektive gelebter Erfahrung: Welche strukturellen Barrieren bestehen in Ausbildung und Hochschule? Und wie lassen sich Übergänge in reguläre Beschäftigung inklusiver gestalten? „Inklusive Bildung gelingt nur dann, wenn Menschen mit Behinderung nicht Objekt von Forschung sind, sondern als Wissens- und Erfahrungsträger:innen aktiv an der Entwicklung von Ausbildungsstrukturen beteiligt werden“, sagt Prof. Dr. Ulrike Barth. „Das Projekt mit Charlotte Henning zeigt sehr konkret, wie Hochschulen Verantwortung für strukturelle Veränderung übernehmen können.“
Die aktuellen Projektergebnisse sind nun im Studienbuch „Behinderung als erlebte Barriere – Anthroposophische Heilpädagogik: Grundlagen und Umsetzung“ (Verlag Julius Klinkhardt) veröffentlicht worden. Damit werden partizipative Forschung und inklusive Qualifizierungswege in einem zentralen wissenschaftlichen Kontext verankert. Charlotte Henning und Prof. Dr. Ulrike Barth stellen ihre Arbeit zudem regelmäßig gemeinsam in Fach- und Wissenschaftskontexten vor, unter anderem auf Tagungen. Darüber hinaus wurde das Projekt in Workshops, Vorträgen und hochschulübergreifenden Austauschformaten aufgegriffen – unter anderem an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim sowie in Lehrveranstaltungen der Alanus Hochschule, die Charlotte Henning mitgestaltet. Auch internationale Perspektiven fließen ein, etwa durch eine Einladung zu einem Erasmus-Blended-Intensive-Program an der Pädagogischen Hochschule Salzburg zum Thema Inclusive Post-Secondary Education.
Das Projekt verdeutlicht, welches Potenzial partizipative Forschung für die Weiterentwicklung inklusiver Bildungsstrukturen hat. In einem Bildungssystem, in dem trotz UN-Behindertenrechtskonvention weiterhin vor allem Werkstätten den beruflichen Alltag vieler Menschen mit Behinderung prägen, formuliert die Forschung einen klaren Handlungsauftrag – auch für Hochschulen. Die Resonanz aus Fachwelt, Studium und Praxis zeigt: Inklusive Bildung braucht nicht nur Konzepte, sondern konkrete Beteiligung und strukturelle Veränderung.
Mehr zur Arbeit von Charlotte Henning ist im ZDF-Beitrag „Stark machen für die Inklusion“ zu sehen.
Zur Buchpublikation: Studienbuch „Behinderung als erlebte Barriere – Anthroposophische Heilpädagogik: Grundlagen und Umsetzung“ (Verlag Julius Klinkhardt)
