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Nachhaltige Medienbildung im Waldkindergarten? Studie befragt Fachkräfte und Eltern

Wie sieht die Medienbildung an Natur- und Waldkindergärten aus? Können Kinder hier auch ganz ohne oder mit äußerst sparsamem Einsatz von Tablets oder Computern medienbildnerische Erfahrungen sammeln? Gibt es dabei vielleicht sogar einen Mehrwert gegenüber digital voll ausgerüsteten Kitas? Der Ergebnisbericht der MünDig-Studie gibt Auskunft.

In dem im Oktober erschienen Ergebnisbericht der MünDig-Studie (Mündigkeit & Digitalisierung) an Natur- und Waldkindergärten wird genau diesen Fragen nachgegangen und es zeigt sich zweierlei: Einerseits, dass Medienbildung und Naturpädagogik sehr gut zusammenpassen, und andererseits, dass es noch Luft nach oben gibt.

In dem fast 170-seitigen Bericht wird dies theoretisch aufgegriffen, indem zentrale Aspekte der Natur- und Waldpädagogik mit den Grundlagen einer breiten Medienbildung abgeglichen und Überschneidungen herausgearbeitet werden. Die empirischen Ergebnisse der Befragung zeigen außerdem: Medienbildung gehört sehr wohl zum Alltagsgeschäft der Natur- und Wald-Kitas – nur eben passiert dies nur in einem geringen Umfang durch den Einsatz digitaler Medien. Vielmehr haben Aktivtäten mit analogen Medien und  -noch weiter gefasst -  Aktivitäten ohne den Einsatz von Medien „im klassischen Sinne“ eine weitaus größere Bedeutung in Naturpädagogik. Diese können für die Medienbildung wichtig sein, jafür das Kindergartenalter im Sinne einer nachhaltigen Förderung der Medienmündigkeit  sogar wertvoller als Aktivitäten mit digitalen Medien. Das Forscher:innenteam um Fr. Prof.in Dr.in Paula Bleckmann führt dies in einer Gegenüberstellung von Aktivitäten auf, wie hier ein Beispiel zum Kompetenzbereich „Produzieren & Präsentieren“ zeigt:

Aktivitäten mit digitalen Medien

Aktivitäten mit analogen Medien

Aktivitäten ohne Medien im „klassischen Sinne“

Mit einer Zeichenapp ein Bild malen

Ein Mandala ausmalen

Ein „Naturmandala“ machen (Land Art z.B. aus Stöcken, Steinen)

Im Bereich „Kinder im Leben stärken zum Schutz vor digitalen Risiken“ schneiden die Natur- und Waldkindergärten besonders gut ab. Die MünDig-Ergebnisse zeigen erstens, dass dieser Bereich nach Ansicht der befragten Eltern und Fachkräfte eine besonders hohe Relevanz hat. Zweitens werden in diesem Bereich besonders viele Aktivitäten in der naturpädagogischen Praxis umgesetzt. Und drittenssind die Eltern hoch zufriedenmit der Umsetzung solcher Aktivitäten.

Die Autor:innen beschreiben das so: „Wenn Kinder im Wald und der Natur unterwegs sind, schulen sie ganz nebenbei zahlreiche Fähigkeiten, die sie für ein Leben in der digital geprägten Welt des 21. Jahrhunderts gut rüsten.“

Nachhaltige Medienbildung im Waldkindergarten? Studie befragt Fachkräfte und Eltern