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Selbst-Führung und sozialorganische Unternehmensgestaltung

Im nächsten Jahr möchten wir an den Erfolg der Tagung 2017 anknüpfen: Gerne können Sie sich den 7. November 2018 für die nächste Jahrestagung des Instituts für Sozialorganik schon mal vormerken.


Rückblick auf die Tagung des Instituts für Sozialorganik 2017


Rund 200 Interessierte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst nahmen am 08. November 2017 an der Tagung „Selbst-Führung und sozialorganische Unternehmensgestaltung“ des Instituts für Sozialorganik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn teil.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Prof. Dr. Götz E. Rehn lädt die Moderatorin Sandra Maria Breuer in einem sozialen Einstieg zunächst dazu ein, sich mit seinen Sitznachbarn bekannt zu machen. Anschließend gibt es für die Teilnehmenden die Möglichkeit sich nochmal der eigenen mitgebrachten Fragen und Themen zu besinnen und in einem ausgeteilten Tagungsbuch festzuhalten. 

Im ersten Vortrag „Selbst-Entwicklung und Unternehmensevolution“ stellt  Götz E. Rehn, Leiter des Instituts für Sozialorganik sowie Gründer und Geschäftsführer von Alnatura, die Frage in den Mittelpunkt, wie es gelingen kann, dass der Einzelne sich wirklich selbst entwickelt. Herr Rehn geht folgend auf verschiedene gesellschaftliche Bewegungen, wie zum Beispiel die Zeitverdichtung oder den Wertewandel, ein und bringt diese beobachtbaren Entwicklungen in Verbindungen mit Aspekten der Selbst-Führung. Mit dem Zitat „Wir leben nicht nur, um zu bleiben, was wir ohne unser zutun bereits sind – nämlich ein Naturwesen – sondern, um mehr zu werden, nämlich ein Kulturwesen, ein sich entwickelndes Wesen“ von Herbert Witzenmann, betont Herr Rehn, dass es darum geht, das Potential, welches in uns ruht, zu verwirklichen. Hierfür ist es zunächst wichtig, die Dinge aus eigener Erkenntnis heraus weiter zu denken und letztlich als Unternehmen auch zu fragen, was zu tun ist, um die Erde als Ganzes weiter zu entwickeln. Die Möglichkeit zur Selbst-Führung muss in diesem Sinne durch den institutionellen Rahmen ermöglicht werden und der Wille hierzu in jedem einzelnen Individuum entwickelt sein.  Für den Einzelnen, so Rehn, geht es somit letztlich darum, Interesse an der Welt und eine Liebe zur Tat zu entwickeln und sich durch regelmäßige Reflexion die Möglichkeit zur Selbsterziehung zu geben. 

In der folgenden Keynote „Einführung kollegialer Führungsprinzipien“ geht Bernd Oestereich, Autor des Buches „Das kollegial geführte Unternehmen“, vor allem auf das Wie der Einführung neuer Arbeits- und Organisationsmodelle ein. Herr Oestereich betont aus der eigenen Erfahrung heraus, dass es keine vorgefertigten Rezepte gibt, sondern, dass es sich um einen Prozess des gemeinsamen Ausprobierens und Lernens handelt. Hierfür ist zunächst (vom Eigentümer) zu klären, was innerhalb des Unternehmens überhaupt alles kollegial gestaltbar ist. Nachdem dieser Rahmen gesteckt wurde, geht es darum, als Gruppe Informationen und Einsichten zu gewinnen – also um die Generierung von kollektivem Wissen –  um vom Status Quo aus, neue Handlungsoptionen zu entwickeln, die anschließend erprobt werden. Im Sinne einer systemischen Schleife wird dann regelmäßig reflektiert, welche Änderungen erfolgreich sind, welche Anpassungen benötigen und welche gegebenenfalls auch verworfen werden. Als Möglichkeit, um diesen Prozess gemeinsam und vor allem transparent zu gestalten, erklärt Bernd Oestereich den Führungsmonitor und gibt Beispiele aus der Praxis wie das Tool eingesetzt werden kann.

Isaac Getz, Professor an der ESCP Paris und Autor von „Freedom, Inc.“, berichtet in seiner englischen Keynote „Corporate Liberation: Its concepts, leaders, and massive movement“ zunächst von der Gallup-Studie. Die jährlich durchgeführte Studie misst das Engagement von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz und kommt regelmäßig zu dem Schluss, dass ein Großteil der Arbeitnehmer (auch in Deutschland) nur eine geringe oder keine emotionale Bindung zu ihrer Tätigkeit bzw. dem Arbeitgeber entwickeln. Herr Getz erklärt, dass seinen Studienerkenntnissen zufolge, die Menschen nicht grundlegend unmotiviert sind, sondern dass vor allem die organisationalen Strukturen und bürokratische Hürden dazu führen, dass Menschen mit einem verhältnismäßig geringem Engagement auf der Arbeit erscheinen. Zur Verdeutlichung verwendet er die Metapher des Gärtners, der für die Pflanzen günstige Rahmenbedingungen schafft, diese dann aber von alleine erblühen müssen und nicht eben „erzogen“ werden können. Über verschiedene Fallstudien von Pionierunternehmen hinweg hat Isaac Getz unter anderem interne Parität und weitreichende Autonomie als Kernvariablen für Organisationen, die das volle Potential ihrer Mitarbeiter entfalten möchten, identifiziert. Hierfür zeigt Herr Getz verschiedene Fallbeispiele auf und geht neben Gore auch insbesondere auf Nordstrom ein, die ihren Mitarbeitern ledigleich eine Regel vorschreiben: „Use best judgement in all situations“.
Nach dem Mittagessen können die Teilnehmenden unter der Anleitung von Annemarie Ehrlich, Gründerin des Instituts für Eurythmie im Arbeitsleben, in einer gemeinsamen Kunsterfahrung das Zusammenwirken von Wort und Bewegeung erkunden. In verschiedenen Übungen und Kurzreflexionen wird unter anderem über die Aufmerksamkeit und Wirkungsweise verschiedener Vokale gesprochen und dies auch jeweils direkt praktisch erlebbar gemacht.

Anschließend diskutieren die Teilnehmenden in fünf parallel stattfindenden Workshops mit Vertretern verschiedener Pionierunternehmen, wie die Transformation gelingen kann. Neben Marco Niebling von HEMA, Markus Stelzmann von Tele Haase, Conny Dethloff von OTTO und Joachim Schledt von Alnatura, bietet auch Caroline Treier von der ESBZ einen Workshop an, in dem sie Prinzipien der Selbst-Führung vorstellt, die bereits in der Schule Anwendung finden. Anschließend werden die zentralen Ergebnisse und Fragestellungen aller Teilnehmenden nochmal in zehn Kleingruppen diskutiert und auf Metaplanwänden zusammengetragen. Den Download (Ergebnisse der Diskussionsgruppen, Bilder des Graphic Recording und Folien von Bernd Oesterreich) finden Sie hier: Ergebnisse der Tagung des Instituts für Sozialorganik.

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmal bei allen Teilnehmenden und Teilgebenden herzlichen bedanken. Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz die wir im Nachgang erhalten haben, ebenso wie über die hervorragende Bewertung der Tagung mit durchschnittlich 8,6 von 10 Punkten.

Wann
07.11.2018

Ort
Campus II, Foyer
Villestr. 3
53347 Alfter


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Selbst-Führung und sozialorganische Unternehmensgestaltung
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