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Zehn Jahre Online-Journal RoSE – Research on Steiner Education

Alanus Hochschule und Partner veröffentlichen 20. Ausgabe von Fachzeitschrift zur Waldorfpädagogik

Seit zehn Jahren erscheint die Online-Fachzeitschrift „RoSE – Research on Steiner Education“. Jetzt wurde die neueste und 20. Ausgabe veröffentlicht. Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn und das Rudolf Steiner University College in Oslo geben das Journal mit dem Ziel heraus, Grundlagenforschung und empirische Beiträge zur Waldorfpädagogik zu fördern. Alle Artikel, die zum Teil bis zu 15.000 Mal abgerufen wurden, durchlaufen das Blind-Peer-Review-Verfahren, bei dem unabhängige Gutachter über die Veröffentlichung entscheiden. Neben deutschen und englischen Texten sind auch Artikel auf Spanisch vertreten. Alle Ausgaben von „RoSE – Research on Steiner Education“ sind einzusehen unter www.rosejourn.com.

„Eine wissenschaftlich diskursfähige Waldorfpädagogik erfüllt die gleichen akademischen Standards, wie sie in der Allgemeinen Erziehungswissenschaft üblich sind.  Mit der Zeitschrift RoSE ist die erste wissenschaftliche Zeitschrift im waldorfpädagogisch-anthroposophischen Kontext begründet worden, die auf dieser Basis arbeitet. Damit steht die Waldorfpädagogik in einer breiten wissenschaftlichen Öffentlichkeit, was sehr erfreulich ist“, erklärt Jost Schieren, Professor für Schulpädagogik mit Schwerpunkt Waldorfpädagogik an der Alanus Hochschule.

Die aktuelle Ausgabe von RoSE – Research on Steiner Education umfasst Beiträge zur geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung sowie empirische Untersuchungen aus Waldorfpädagogik, Sozialwissenschaft, Therapie und Medizin. Die Rubrik Grundlagenforschung eröffnet Hartmut Traub. In seinem Artikel „Ich und Du“ untersucht er Aspekte zu einer Theorie der Interpersonalität im philosophischen Hauptwerk Steiners „Philosophie der Freiheit“ und stellt sie in den Zusammenhang der Philosophiegeschichte. Johannes Wagemann zeigt, wie im publizistischen Werk des Steinerschülers Herbert Witzenmann Momente persönlicher Begegnungen und philosophischer Auseinandersetzungen zu einer außerordentlichen Werkgenese im anthroposophischen Kontext beitrugen. Der darauf folgende Artikel ist eine Übersetzung ins Spanische aus RoSE Vol. IX/1: Marius Wahl Gran thematisiert Unterrichtskultur in Zeiten von White Boards, Tablets und Beamern: Die Tafel als Medium einer komplexen Ausdrucksform, an der sowohl Lehrer wie auch Schüler aktiv partizipieren. Die kreativen Möglichkeiten dieses klassischen Mediums werden neu entdeckt und diskutiert. Ruhi Tyson folgt dieser sinnlich-ästhetischen Betrachtung von Unterrichtsformen und formuliert die Stimmbildung als musikalischen und entwicklungsfördernden Topos des waldorfpädagogischen Curriculums aus. 

In den Beiträgen zur empirischen Forschung findet sich eine empirische Studie von Svenja Hoyer und Olga Schiefer zum Stellenwert und zu den Entwicklungsperspektiven des Faches Bildende Kunst in der Waldorfpädagogik. Hier kommt vor allem die Sicht der Lehrkräfte zum Ausdruck. Jürgen Peters und Petra Böhle nehmen sich aus quantitativ-evaluierender und rekonstruktiv-forschender Perspektive der umstrittenen Thematik der Selbstverwaltung in Waldorfschulen an. Sie blicken auf den Lösungsansatz, wie er am Ravensburger Waldorflehrerseminar realisiert und vermittelt wird. Den Abschluss bildet eine Arbeit von Bettina Berger, Rosa Michaelis, Peter F. Matthiessen (†) und David Martin. Die Studie beschreibt aus der forschenden Patientenperspektive die Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten von Introspektion auf den Umgang mit dem Diabetes Typ 1.