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Vom Kunststudium zur Schulbank – Interview mit Absolventin Miriam Vergien

Mit dem Master Lehramt Doppelfach Kunst für Gymnasien, Gesamtschulen und Waldorfschulen haben unsere Absolvent:innen mit unterschiedlichen künstlerischen Bachelorabschlüssen die Möglichkeit, die Schullaufbahn als Lehrer:innen einzuschlagen. Miriam Vergien steht nun im Referendariat an „Bonns Fünfte“, einer der innovativsten Gesamtschulen des Landes, und erzählt im Interview, welche Vorteile sich durch das Masterstudium für sie ergeben haben.

Wie wurden Sie im Studium an der Alanus Hochschule auf die Praxis in der Schule vorbereitet?

Zwei Dinge haben mich meines Erachtens besonders auf die Arbeit in der Schule vorbereitet. Das war zum einen die künstlerisch- handwerkliche Praxis mit den dazugehörenden Kolloquien. Hier konnte ich viele verschiedene praktische Erfahrungen  sammeln und mich persönlichen Herausforderungen stellen.

Zum anderen hat mich das Praxissemester, welches im 3. Semester in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Bonn (ZfsL) und verschiedenen Bonner Schulen absolviert wird, gut auf die Arbeit in der Schule vorbereitet, weil man hier einen ersten Kontakt zu Schülerinnen und Schülern, dem Kollegium, einer Schulleitung und dem ZfsL aufbauen konnte. Die größte Verzahnung zwischen Theorie und Praxis fand hier durch den selbst geplanten Unterricht sowie die zahlreichen Hospitationen statt.

Was bedeutet „Doppelfach Kunst“ genau und warum haben Sie sich nicht für eine klassische Zwei-Fach Lehrer:innen-Ausbildung entschieden?

Doppelfach Kunst bedeutet, dass man an der Schule nur das Fach Kunst unterrichtet und dementsprechend auch im Referendariat nur mit einem Fach weiter ausgebildet wird.

Ein einfacher Grund, warum ich keine klassische Ausbildung mit zwei Fächern gemacht habe, ist, dass mich mein Bachelorstudium (Kunst-Pädagogik-Therapie) nicht dafür qualifiziert hat. Ich wollte zunächst hauptsächlich aus eigenem Interesse Kunst studieren und fand die soziale Komponente des Bachelorstudiums für mich ebenfalls sehr interessant. Meine Ausbildung zur Erlebnispädagogin hat mich dann erst nach meinem Bachelorstudium in Richtung Lehramt geführt, weil ich gemerkt habe, dass ich an die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anknüpfen möchte.

Der Dialog mit der Waldorfpädagogik und anderen reformpädagogischen Ansätzen hat in Ihrem Studium eine besondere Rolle gespielt, inwiefern können Sie diese Ansätze in Ihrem beruflichen Alltag einsetzen?

Das ist schwierig zu sagen. Im beruflichen Alltag sieht es bei mir eher so aus, dass mir täglich neue Herausforderungen begegnen, die nach Lösungen verlangen, sodass keine Zeit mehr bleibt, um sich auf Betrachtungen oder Ansätzen aus dem Studium zu besinnen. Und wenn sie doch in Reflexionsgesprächen vorkommen, muss ich oft feststellen, dass manche Ansätze nur schwierig umzusetzen sind – allein  bedingt durch das andere Schulsystem.

Die künstlerische Ausbildung hat einen hohen Stellenwert in der Ausbildung zur Kunstlehrerin/zum Kunstlehrer. Was bewegt Sie persönlich in der Kunst?

Das künstlerische Schaffen öffnet für mich einen Raum, in dem ich alles um mich herum vergessen und einen engen Kontakt zu mir selbst aufbauen kann. Es ist für mich eine sehr wertvolle Erfahrung in einer Tätigkeit aufgehen und Kraft schöpfen zu können.

Und was macht Ihrer Meinung nach einen guten Kunstunterricht aus?

Die Frage finde ich gar nicht so leicht zu beantworten. In der Uni hatten wir ein komplettes Seminar zu dem Thema, was guten Unterricht ausmacht. Aus meinen bisherigen Erfahrungen in der Schule kann ich aber sagen, dass für den Kunstunterricht die inhaltliche Klarheit bei Aufgabenstellungen besonders wichtig ist. Dadurch sollten möglichst alle Schülerinnen und Schüler angesprochen, zum Arbeiten motiviert und in eine möglichst intensive Auseinandersetzung mit einer künstlerischen Technik oder einem Thema geführt werden. Außerdem ist mir neben einer angenehmen Lernatmosphäre wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler wissen, dass sie bei Fragen zu mir kommen und sich auch untereinander austauschen können. Offenheit und Wertschätzung gegenüber dem, was die Schülerinnen und Schüler erarbeitet haben, empfinde ich bei Beratungen besonders wichtig, damit sie sich auf Aufgaben und Reflexionen einlassen können.

Sie haben während Ihrer Studienzeit ein Deutschlandstipendium erhalten, haben Sie dadurch neue Räume für sich entdecken können?

Das Stipendium hat mir einerseits die Möglichkeit gegeben, mich vollkommen auf mein Studium und meine Masterarbeit zu konzentrieren. Andererseits konnte ich mich Dank der finanziellen Entlastung seit langem mal wieder ehrenamtlich in Kultur und Sport engagieren.

Vervollständigen Sie bitte die folgenden Sätze:

Das Studium Doppelfach Kunst war für mich…eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis.

Die Waldorfpädagogik ist für mich…als ehemalige Waldorfschülerin sehr nah, aber im Berufsalltag leider sehr fern.

Ein Stipendium zu erhalten, war für mich…ein willkommenes Glück!

Künstlerische Praxis bedeutet für mich…bei sich anzukommen.

Kunstunterricht ist für mich… ein sich einlassen auf neue Herausforderungen.
 

>>Erfahre mehr über den Master Lehramt Doppelfach Kunst

Foto: © Carolin Szulszewski

Vom Kunststudium zur Schulbank – Interview mit Absolventin Miriam Vergien