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Ins Mekka der Kunstszene

Von Alfter über New York zur Kunstprofessur? Michael Weiß hat sich hohe berufliche Ziele gesetzt. „Ich bin sehr, sehr, sehr ehrgeizig“, betont der Maler. Nach seinem Master of Fine Arts an der Alanus Hochschule hat er ein Stipendium an der New York Academy of Art erhalten. Dort möchte er vor allem traditionelle Maltechniken erlernen und „seine pure Lust am Malen“ ausleben.

Michael Weiß ist gut gelaunt, als wir uns Mitte September via Skype unterhalten. Der 26-Jährige sitzt in seinem WG-Zimmer in Brooklyn, das er gerade eingerichtet hat, und berichtet von seinem tollen Start in der Millionen-Metropole. „Manchmal ist es noch etwas surreal, dass ich jetzt wirklich hier bin und ein ganzes Jahr in New York wohnen und malen werde. Mir geht es gerade gut, ich habe eine nette WG gefunden und wurde gut an der Academy aufgenommen.“

Michael Weiß ist ein ruhiger, reflektierter Typ. Man nimmt es ihm ab, dass er sich in New York City tatsächlich auf sein Certificate of Fine Art konzentrieren will. Weiß spricht fließend Englisch, in seiner Kindheit hat er bereits an der amerikanischen Ostküste gelebt. „Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu New York. Die Stadt zehrt unglaublich viel an den Kräften, aber sie gibt einem auch an manchen Stellen viel Energie wieder.“

Zwei „Alaner“ in New York

Mit der Subway braucht Weiß etwa 30 Minuten vom eher beschaulichen Bay Ridge, einem Viertel in Brooklyn, nach Downtown Manhattan. Von der Haltestelle Canal Street sind es dann nur ein paar Minuten Fußweg zur Akademie, die 1982 von der Pop-Art-Ikone Andy Warhol mitgegründet wurde. Von Montag bis Donnerstag ist Unterricht in der Franklin Street 111: An diesen Tagen verbringt Weiß viele Stunden vor der Staffelei. In den Pausen trifft er dann häufig seinen Kumpel und Alanus-Kommilitonen Leonard Virch, der ein Stipendium für den Masterstudiengang erhalten hat. „Wir haben zwar nicht die gleichen Kurse, laufen uns aber täglich über den Weg. Es ist super, dass man nicht ganz alleine hier ist“, sagt Weiß.

In Alfter haben beide in der Malerei-Klasse von Andreas Orosz studiert, der einen Schwerpunkt
auf gegenständliche Kunst legt. Der Professor ist natürlich stolz: „New York ist immer noch das Mekka der Kunstszene. Die Stipendien sind eine tolle Auszeichnung. Ich bin gespannt, wie sich Michael und Leonard weiterentwickeln werden.“

Traditionell und modern

Michael Weiß malt hyperrealistisch. Von Weitem kann man seine Bilder kaum von Fotos unterscheiden. Er liebt Details und Schärfe, beschreibt seinen Stil als „sinnlich und überlegt“. Ungefähr acht Wochen braucht er, bis ein Werk in Postkartengröße fertig ist. In New York strebt Weiß den nächsten Schritt in seiner künstlerischen Entwicklung an: „Das Besondere an der Academy ist, dass sie traditionelle Maltechniken mit dem zeitgenössischen Diskurs verbindet. Sie legt einen starken Fokus auf Aktzeichnen und Aktmalerei, trotzdem sind die Arbeiten der Studenten modern und aktuell.“

Auch das Studium in Alfter hat Weiß genossen. „Ich habe viele interessante und sympathische Menschen kennengelernt und fand die Ausbildung sehr gut. Mit der figürlichen Malerei in der Orosz-Klasse hat die Alanus ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland.“ An der New York Academy of Art möchte er nun seinen Werkzeugkasten erweitern: „Je mehr du technisch kannst, desto freier bist du“, sagt Weiß, der künftig gerne promovieren und als Kunst-Professor lehren würde. „Ich traue Michael das auf jeden Fall zu“, sagt Andreas Orosz.

Ins Mekka der Kunstszene
© Britta Schüßling
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