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Digitale Medien und Unterricht

Medienpädagogin der Alanus Hochschule veröffentlicht Sammelband mit interdisziplinären Positionen

Seit der Einführung von Computern in Schulen im Jahr 1984 wird die Nutzung von neuen Technologien kontrovers diskutiert. In den vergangenen Jahren entwickelte sich eine Debatte über die Ziele und Nebenwirkungen von „Bildung 4.0“ mit neuen politischen und pädagogischen Fragestellungen. Der Sammelband „Digitale Medien und Unterricht. Eine Kontroverse“, herausgegeben von Paula Bleckmann und Ralf Lankau, fasst Beiträge von Pädagogen, Psychologen, Kinder- und Jugendärzten sowie Neurobiologen zusammen. Bleckmann ist Professorin für Medienpädagogik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn. Ralf Lankau forscht als Professor für Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg. „Das Buch spielt für den Diskurs um Bildung und Digitalisierung eine große Rolle, weil die Diskussion um wichtige kritische Stimmen aus einem breiten Spektrum an Disziplinen erweitert wird“, betont Bleckmann.


Der Sammelband umfasst 13 Aufsätze. Paula Bleckmann, Jasmin Zimmer und Brigitte Pemberger schreiben über „Technikfolgenabschätzung bei ‚Digitaler Bildung‘“. „Naive Technik-Euphorie ist gefährlich und fortschrittsfeindlich, die Technikfolgenabschätzung ist dagegen fortschrittlich, weil sie eine menschengemäße Technologieentwicklung erst ermöglicht“, sagt Bleckmann. Sie weist aber auch auf kurzfristig positive und langfristig höchst bedenkliche Wirkungen hin, die einander nicht ausschließen. „Fortschrittlich ist es, wenn die langfristigen Chancen-Risiken-Bilanzen unterschiedlicher Technologiepfade erforscht und vergleichend gegeneinander abgewogen werden. Diese Erkenntnisse können dann als Basis für politische Entscheidungen zur Umsetzung genutzt werden“, so die Expertin für Medienmündigkeit. Das sei leider beim Digitalpakt#D nicht berücksichtigt worden. Der im März 2019 beschlossene Digitalpakt soll die Digitalisierung in den allgemeinbildenden Schulen mit fünf Milliarden Euro fördern.


Paula Bleckmann hat bereits 2018 eine Handlungsempfehlung für Eltern und Pädagogen gemeinsam mit dem Journalisten Ingo Leipner veröffentlicht. In dem Buch „Heute mal bildschirmfrei: Das Alternativprogramm für ein entspanntes Familienleben“ schildern die beiden Autoren 15 Mediennutzungssituationen und zeigen den Lesern, wie sie bildschirmfreie Zonen für ihre Kinder einrichten können. Der im Beltz-Verlag erschienene Sammelband liefert jetzt eine wissenschaftliche Ergänzung dazu und zeigt, wie eine Erziehung zur Medienmündigkeit erfolgen kann.



Bleckmann, Paula / Lankau, Ralf (Hrsg.): Digitale Medien und Unterricht. Eine Kontroverse. Beltz Weinheim Basel 2019, 183 Seiten. ISBN: 978-3-407-25814-4.