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Aus Amerika nach Alfter

Flensburg, Philmont, Bonn: Thomas Oelhaf ist im Norden Deutschlands aufgewachsen und hat als Jugendlicher in den USA gelebt. Weil er an der Alanus Hochschule Kunst studieren wollte, zog er 2016 zurück nach Deutschland.

Wo ist zu Hause? Wohin gehöre ich? Wer bin ich? Diese Fragen treiben Thomas Oelhaf um, seit er als 14-Jähriger mit Vater und Schwester aus Flensburg in die amerikanische Provinz zog. Damals muss er sich in Philmont, einer Kleinstadt mit knapp 1300 Einwohnern nördlich von New York City, ein neues Leben aufbauen. Wie in Flensburg besucht Oelhaf in Philmont eine Waldorfschule. Die Oberstufe der Hawthorne Valley Waldorf School hatte Oelhafs Vater mitgegründet. „Die Anthroposophie war sehr präsent in unserer Familie. Meine Eltern haben sich während des Studiums am Goetheanum in Dornach kennengelernt.“

Wenig Fleisch, kein Fastfood, kaum Süßigkeiten: Oelhafs Eltern legten sehr viel Wert auf eine gesunde Ernährung. Nicht immer zur Freude der Kinder. „Meine Kumpels haben Burger gegessen, und ich musste mein Vollkornbrot essen. Das war damals natürlich mega uncool“, erzählt Oelhaf. Der 24-Jährige spricht fließend Englisch. Und Deutsch – mit leichtem amerikanischen Akzent und norddeutschem Dialekt.

Thomas Oelhaf ist ein sympathischer, nachdenklicher Typ. Der seinen Weg geht. In den USA studiert er nach seinem High-School-Diplom zunächst Psychologie am Stonehill College in der Nähe von Boston. Oelhaf vermisst jedoch die Kunst, die ihm während der Schulzeit viel Freude bereitete. Seine Schwester erzählt ihm von der Alanus Hochschule. Oelhaf recherchiert und stößt auf den Bachelorstudiengang Kunst-Pädagogik-Therapie. Und trifft eine weitreichende Entscheidung: Noch vor der Aufnahme an der Hochschule zieht er im Sommer 2016 über den Atlantik nach Bonn. „Ich war überzeugt, dass es das Richtige für mich ist. Und wurde dann zum Glück auch angenommen“, sagt Oelhaf lachend.

Das Studium in Alfter betrachtet er als einen ersten Schritt zur Selbstfindung. „Es ist wichtig für meine Persönlichkeitsentwicklung, für meine Biografie. Ich habe Zeit, mich umzuschauen und zu orientieren: Will ich in die Therapie, in die freie Kunst, in die Pädagogik?“ Zurzeit beschäftigt er sich intensiv mit Film und Fotografie. Betreut wird er dabei von Andrea Sunder-Plassmann. Die Professorin schätzt Oehlhaf sehr, beschreibt ihn als offen und aufmerksam: „Thomas hat ein tiefes Empfinden für Farben und kann gut fotografieren. Er ist ein toller Student, der sehr zugewandt ist. Er hat eine melancholische Seite, ist aber auch witzig und kann über sich selbst lachen.“

Bis mindestens zum Bachelorabschluss 2019 möchte Oelhaf im Rheinland leben. „Ich fühle mich in Deutschland mehr zu Hause als in Amerika.“ Wie es danach weitergeht, weiß er noch nicht. Eines kann man aber wohl schon heute festhalten: Wenn sich Thomas Oelhaf für etwas entschieden hat, ist ihm kein Weg zu weit…

Aus Amerika nach Alfter
© Thomas Oelhaf
© Thomas Oelhaf
© Thomas Oelhaf
© Thomas Oelhaf
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