Lernend arbeiten – Arbeitend lernen. Die Antwort der Waldorfschule

Bildungskongress an der Hiberniaschule

Die Forschungsstelle für Waldorf-Arbeitspädagogik und -Berufsbildung an der Alanus Hochschule veranstaltet gemeinsam mit dem Bund der Freien Waldorfschulen und der Hiberniaschule in Herne einen Bildungskongress.

Intention des Kongresses

Wir sind „auf dem Weg in eine neue Bildungskatastrophe“ konstatiert Prof. Nida Rümelin und brachte die Fehlsteuerung unseres Bildungswesens mit dem Begriff „Akademisierungswahn“ auf eine griffige Formel. Sie führt dazu, dass mittlerweile über die Hälfte eines Jahrganges nach der kognitiv ausgerichteten Schule direkt in eine akademische Berufsausbildung (Studium) eintreten. Über ein Drittel davon scheitern schon nach kurzer Zeit – ein oft persönliches und auch bildungsökonomisches Desaster.

Dagegen hat die Waldorfschule schon von ihrem ersten Anfang an das praktische Lernen gleichwertig neben Kognitives und Künstlerisches gestellt, zum Beispiel schon 1919 Handarbeit für Jungens ab der ersten Klasse - auch heute noch eine exotische Rarität für das staatliche Schulwesen. Später entwickelte dann die Waldorfschule ein ganzheitliches Bildungsangebot, das kognitives, künstlerisches und praktisch-berufliches Lernen zu einer neuen Qualität integrierte, zur „Doppelqualifikation“, also zur Studien- und Berufskompetenz in eins. Was in unserem Bildungssystem widernatürlich getrennt ist, die gegenseitige Belehrung von Kopf und Hand, von Denken und Tun (Goethe), das schöpferische Potenzial von Lernen und Arbeiten, wird hier in einer Person, als ganzheitliche Bildung, zusammengeführt.  1977 - 1982 wurde in der Hiberniaschule in einem staatlich geförderten und wissenschaftlich begleiteten Modellversuch diese neue Bildungsidee evaluiert, dokumentiert und auch international beachtet.

In „stimulierender Korrespondenz“ mit dem staatlichen Schul- und Berufsbildungssystem hat diese Bildungsidee inzwischen auf vielen Feldern ihre Fruchtbarkeit gezeigt, ein jüngstes Produkt ist z.B. das Waldorf-Berufskolleg in NRW oder die Emil Molt Akademie in Berlin.

Schwerpunkte

Der Bildungskongress hat drei Schwerpunkte:

  • Die Hospitationen, einschließlich eigener praktische Betätigung in den Werkstätten der Hiberniaschule sowie ein Vortrag von Prof. Rainer Winkel über die Bedeutung der Hiberniaschule als Reformschule
  • Die Begegnung mit ehemaligen Hibernianern, die aus ihrer Lebens- und Berufserfahrung auf ihren besonderen Bildungsgang zurückblicken mit einem Vortrag zu den waldorfpädagogischen Grundlagen der Hiberniaschule von Prof. Peter  Schneider
  • Einen Vortrag von Prof. Nida Rümelin zum Thema „Akademisierungswahn“ mit anschließender Podiums- und Plenumsdiskussion, am Ende soll eine „Herner  Erklärung“, ein konkreter Vorschlag zur Neuausrichtung des Bildungswesens für die Zukunft stehen.

Veranstalter

Veranstalter sind der Bund der Freien Waldorfschulen, die Hiberniaschule und die Forschungsstelle für Waldorf-Arbeitspädagogik und -Berufsbildung an der Alanus Hochschule in Alfter/Bonn.

Ansprechpartner

Klaus-Peter Freitag, Bund der Freien Waldorfschulen (Freitag(at)Waldorfschule.de)
Dr. Wilfried Gabriel, Forschungsstelle an der Alanus Hochschule (waldorf-berufskolleg(at)alanus.edu)

Anmeldung

Gerne Sie können sich schon jetzt unter https://eveeno.com/hibernia-bildungskongress anmelden.

Programm

Hier können Sie das vorläufige Programm des Bildungskongresses „Lernend arbeiten – Arbeitend lernen. Die Antwort der Waldorfschule" downloaden!

 
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