In der Zeit vom 7. bis zum 26. Juli 2009 fand im Künstlerforum Bonn ein
kulturübergreifendes Projekt von japanischen und deutschen Künstlerinnen und Künstlern
statt. Die Mehrheit der Beteiligten waren Studierende der Alanus
Hochschule oder der Partnerhochschule in Hiroshima.




Die beteiligten Künstler verbindet eine Gemeinsamkeit: Jeder hat innerhalb der letzten Jahre mehr oder weniger lange in der jeweils anderen Kultur gelebt und künstlerisch in dieser gearbeitet. 2007 entstand in Hiroshima die Idee zum Projekt „Asylier“ auf Grund der gemeinsamen Arbeitserfahrung und künstlerischen Auseinandersetzung.
Im Zeitraum vom 7. bis zum 26. Juli nutzten die Künstler die Räumlichkeiten des Künstlerforums Bonn als "Asylier" - eine Wortschöpfung aus "Asyl" und "Atelier". Asylier sollte als Plattform dienen, auf der Begegnung und gemeinsames künstlerisches Arbeiten stattfinden kann, ob ambivalent oder equivalent.
Asylier meint: Raum für Wohnen, Arbeiten und Begegnung / Innehalten / Stehen bleiben / Ausnahmezustand / Konzentration / Loslösung/ Schnittstelle / Austausch / Kommunikation / Ausstellungen / Kunst. Die Ausstellung soll weder Unterschiede und Gleichheiten zwischen Japan und Deutschland aufzeigen oder thematisieren, noch diese ignorieren oder aus dem Weg räumen.
Die erste Phase vom 7. bis 11. Juli begann mit dem Eintreffen aller beteiligten Künstler in Bonn. Nach ausführlichen Diskussionsrunden, konkretisierte sich die Idee, aus kostenlosen gebrauchten Dingen und Abbruchholz gemeinsam einen Raum im Künstlerforum zu bauen. Dieser sollte im nächsten Schritt als Materialfundus und Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung des Projektes stehen.




Nach dem anfänglichen Prozess der Konzentration und Zusammentragung des Materials an einem zentralen Ort ging es in der nächsten Phase vom 12. bis 16. Juli darum, sich im Künstlerforum auszubreiten, die Materialien zu transformieren und in einzelne Arbeiten zu führen. Der kompakte Quader wurde innerhalb dieser kurzen Zeit von den einzelnen Künstlern abgetragen. Jeder demontierte und verwendete die für sein Einzelwerk benötigten Teile des Asyliers.








In Ausstellung, die bis zum 26. Juli zu sehen war, konnte der Besucher, neben den sich im Hauptraum befindenden Resten des ursprünglichen Asyliers weitere neun sich darauf beziehenden Einzelwerke entdecken. Im Eingangsbereich des Künstlerforums wurde die prozessartige Entwicklung des Asylier-Baus durch einen Film sichtbar. Auf einem Tisch lagen Arbeitshefte der teilnehmenden Künstler die Eindrücke und Aufzeichnungen enthielten, die teilweise den Werkentstehungsprozess der individuellen Arbeit begleiteten.
Folgende Künstler haben teilgenommen:
Kanae Ikimura, Daisuke Katagiri, Yu Misaka, Ryutaro Fujie, Yuki Osugi, Nora Mertes, Indra Henn, Jasmin Hurst, Mareike Drobny und Ryoko Miake
weiterführende Links:
Bilder des Atelier- und Ausstellungsexperiment sind zu sehen unter
http://asylier2009.jugem.jp
Eine Videodokumentation findet sich auf:
http://www.youtube.com/watch?v=txFCQ89EmUI
Ein musikalisches Projekt von Boy Acosha (Julian Hoffmann) und Tomoka Ishikawa auf:
http://www.youtube.com/watch?v=paMz5oYl-wc&feature=related