Der Mensch im Mittelpunkt

Profil "Master of Arts Heilpädagogik: Entwicklung, Forschung, Leitung"

Heilpädagogische und sozialtherapeutische Praxis - als Kunst verstanden, als Wissenschaft reflektiert

Das Studium schafft eine Verbindung von beruflicher Praxis und wissenschaftlicher Erarbeitung durch einen berufsbegleitenden Studiengang, in dem Erfahrungen und Fragestellungen der Praxis im Rahmen des Studiums reflektiert und durch Projekte im Sinne der Praxisforschung konzipiert  werden. Damit einher geht die Möglichkeit, theoretisches Wissen, persönliche Haltungen und Impulse im Sinne von Teilhabeförderung und Inklusion in die heilpädagogischen und sozialtherapeutischen Arbeitsfelder zu führen. Der enge Bezug zur beruflichen Praxis findet seine Ergänzung in dem Ziel, Fragen der Heilpädagogik unabhängig von konkreten Strukturen und Institutionsformen zu erörtern.

Leitend ist ferner die Erarbeitung von Diskursen und Theorien der Heilpädagogik, und der gesellschaftlichen, institutionellen Rahmenbedingungen heilpädagogischen Arbeitens, unter Berücksichtigung der Perspektive von Heterogenität und Interkulturalität. Dies geschieht in Verbindung mit der Erarbeitung von Arbeitsfeldern und Handlungsformen der Heilpädagogik im Hinblick auf die Förderung von Teilhabe und Inklusion, unter Berücksichtigung einer biografieorientierten Perspektive.

Im Rahmen des  Studienganges werden Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen erarbeitet, Entwicklungsprozesse unter erschwerten Bedingungen auf der individuellen, der sozialen und der gesellschaftlichen Ebene zu begleiten. Der Studiengang verfolgt ferner das Ziel, die sich wandelnde Identität heilpädagogischer Tätigkeit unter dem Leitgedanken gesellschaftlicher Inklusion zu reflektieren und die Studierenden in dieser Hinsicht zu unterstützen und zu ermutigen. Dies gilt in besonderem Maße für Leitungs- und Entwicklungsaufgaben im Zuge der Transformation von Institutionen in Richtung Inklusion. Dabei werden auch internationale Perspektiven und Erfahrungen im Sinne einer vergleichenden Heilpädagogik in den Blick genommen.

Im Hinblick auf die Forschung wird der Versuch unternommen, unterschiedliche Forschungstraditionen und Ansätze zu behandeln, unter dem Anspruch der Gegenstandsangemessenheit von Forschung. Dies bedeutet eine Integration von quantitativen und qualitativen Methoden der Forschung, sowie eine besondere Berücksichtigung von Verfahren der Hermeneutik und Phänomenologie, bis hin zur Entwicklung von neuen, oder noch wenig ausgebildeten Ansätzen, wie die Handlungsforschung oder Formen inklusiver Forschung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Studiengangs liegt in dem Einbezug von Perspektiven, Handlungsformen und Erfahrungen einer anthroposophisch orientierten Heilpädagogik und der kritischen Reflexion und konzeptionellen Weiterentwicklung dieses Ansatzes im Diskurs.

Die Vermittlung von Theorie und Praxis durch Kunst und die Gelegenheit, durch künstlerische Erfahrungen und Übungen, Haltungen und ‚Einstellungen‘ zu erproben und für die eigene Arbeit fruchtbar zu machen, gehört neben dem Studium Generale zu einem Profilmerkmal des Fachbereichs Bildungswissenschaften und der Alanus-Hochschule insgesamt. Die Tätigkeiten in der Kunst ermöglichen es in besonderer Weise, Fähigkeiten und Haltungen zu schulen: etwa Selbstwahrnehmung, Ausdrucksfähigkeit und Beobachtungsvermögen. Damit erscheint künstlerische Tätigkeit in ihrem Potential der Persönlichkeitsbildung wie der Ausbildung professioneller Fähigkeiten.
   

 
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