Lehrstuhl für nachhaltige Organisations- und Arbeitsplatzgestaltung (NOA) – Chair for Sustainable Organization and Work Design

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Profil

Führung, Organisation und Personal als Lehr- und Forschungsgebiete des Lehrstuhls beschäftigen sich mit und betreffen in erster Linie den Menschen im Unternehmen. Durch Maßnahmen der Personalarbeit wird die individuelle Arbeitssituation wesentlich bestimmt; organisationale Strukturen, Normen und Regeln begrenzen den Handlungsspielraum des Einzelnen und orientieren individuelle Handlungen hin auf die Ziele der Gemeinschaft / des Unternehmens. Gleichzeitig werden Strukturen und Regeln nur durch individuelle Interpretation und Anwendung (bzw. Modifikation) wirksam.

Wie Menschen die Organisation insgesamt und ihre Position darin mit Leben füllen, ergibt sich aus ihrer Qualifikation, vor allem aber aus ihrer Persönlichkeit, ihren individuellen Erfahrungen, ihrer sozialen Einbettung, ihren Wünschen und Bedürfnissen. Die Arbeit des Lehrstuhls konzentriert sich daher auf die Situation, Erfahrungs- und Gestaltungsformen von Menschen in Organisationen und widmet sich insbesondere Fragestellungen zur Identität und Biographie, Werten und Bedürfnissen einzelner und sozialer Aktoren in kollektiven Arbeitsprozessen. Eng verbunden sind damit auf organisationaler Ebene Fragen zur Organisationskultur und organisationaler Identität sowie zu interpersonalen Konflikten, die aufgrund der Bedürfnis- und Interessenheterogenität individueller Aktoren in interdependenten Organisationszusammenhängen entstehen.

Der Lehrstuhl vertritt dabei ein ganzheitliches Menschenbild. Arbeit und Mitarbeit im Unternehmen oder als Unternehmer wird als eine Form des Lebensvollzugs, nicht als Mittel des Existenzerhalts für das "eigentliche Leben" außerhalb des Arbeitsplatzes verstanden. Menschen wollen und sollen in Unternehmen nicht nur auf ihr Leistungspotential reduziert werden, sondern streben auch am Arbeitsplatz nach Lebenssinn, persönlicher Entfaltung und sozialer, aber auch ästhetischer Erfahrung. Unternehmen und Führungskräfte sind daher heute gefordert, sich neben den ökonomischen den kulturellen und sozialen Anforderungen ihrer Mitarbeiter zu stellen.

Vor diesem Hintergrund verfolgt der Lehrstuhl das Ziel, den Studierenden den Blick für die menschlichen, sozialen und kulturellen Dimensionen von Arbeit in Unternehmen zu öffnen. Gleichzeitig gilt es, Studierende zu befähigen, gängige Instrumentarien und Strukturen von Organisation und Personalarbeit in Theorie und Praxis kritisch zu hinterfragen und aus der Sicht von Unternehmen und Individuum immer wieder neu zu bewerten. Die Kenntnis der Entwicklungsgeschichte des Faches sowie der Vielfältigkeit theoretischer Ansätze zur Organisations- und Personalforschung ist dafür Voraussetzung. Neu denken wird hier also in dreifachem Sinne verstanden und zwar als wissenschaftliche, kritische und ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Lebensbereich menschlichen Arbeitens in Organisationen.

Lehre

Herbstsemester

Bachelorstudiengang BWL

  • Allgemeine Betriebswirtschaftslehre I 
  • Personal & Führung
  • Wissenschaftliches Seminar zu den Themen Führung, Organisation und Personal 

Master (nicht-konsekutiv (n-k)), berufsbegleitend, Teilzeit

  • Unternehmensführung und Entscheidungsprozesse 

Master (konsekutiv (k)), berufsbegleitend, Teilzeit

  • Human Resource und Diversity Management 

Frühjahrssemester 

Bachelorstudiengang BWL

  • Organisation
  • Individual actor, organization, institution (Spezialisierung Integrierte Unternehmensführung) 

Master (konsekutiv (k) und nicht-konsekutiv (n-k)), berufsbegleitend, Teilzeit

  • Entrepreneurship and Corporate Governance


Forschung

Forschungsschwerpunkte

  • Konflikte und Mikropolitik in Multinationalen Unternehmen 
  • Multinationale Unternehmen als soziale Aktoren 
  • Konzeptionen der Führung 
  • Identität und Kultur im (multinationalen) Unternehmen 
  • Qualitative Methoden des International Business Research

Aktuelle Forschungsprojekte

enEEBler

„enEEbler – Mitarbeiter-Engagement für Erneuerbare Energien in Unternehmen“ ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn und der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Der Fokus des Projekts liegt auf den Menschen, die die Energiewende bereits jetzt mitgestalten – in Verbänden, Vereinen und anderen Initiativen. Wir untersuchen, wie dieses private Engagement für Erneuerbare Energien (EE) in den Unternehmenskontext übertragen werden kann bzw. welche Barrieren dem Mitarbeiter-Engagement auf Unternehmensebene entgegenstehen. Ziel ist die Entwicklung von partizipativen Strategien und Instrumenten zur Identifizierung und Umsetzung von EE-Ideen in Unternehmen.

Leitung: Prof. Dr. Susanne Blazejewski, Prof. Dr. Carsten Herbes

Wissenschaftliche Mitarbeit: Franziska Dittmer, Anja Gräf

Zeitraum: 2013 – 2016

www.enEEbler.de

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IMKoN

„IMKoN – Integration von Mitarbeitern als Konsumenten in Nachhaltigkeitsinnovationsprozesse“ ist ein vom Bundesministerum für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt der Technischen Universität Berlin und der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft.
Das Projekt untersucht, inwiefern Mitarbeiter in ihrer privaten Konsumentenrolle stärker in Innovationsprozesse eingebunden werden sollten, um Ideen und Produkte zu entwickeln, die zu einem langfristig tragfähigen Konsumstil beitragen. Gemeinsam mit acht Praxispartnern (u. a. Otto Group, Tchibo, Wala, Sonett) werden bestehende Prozesse für die Entwicklung von Nachhaltigkeitsinnovationen analysiert und weiterentwickelt. Das Projektformat sieht dabei vor, dass während der Laufzeit des Forschungsvorhabens in den teilnehmenden Unternehmen konkrete Nachhaltigkeitsinnovationen entwickelt und dann auch realisiert werden.
Ziel des Projekts ist es, praktisch umsetzbare Instrumente und Handlungsempfehlungen für ein verbessertes Management von Nachhaltigkeitsinnovationen zu entwickeln. So soll ein Beitrag geleistet werden, um die Zahl und den Erfolg von Nachhaltigkeitsinnovationen zu erhöhen und somit nachhaltigen Konsum durch die Schaffung von Ermöglichungsstrukturen zu vereinfachen.

Verbundpartner:

Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Lehrstuhl für nachhaltige Organisations- und Arbeitsplatzgestaltung
Prof. Dr. Susanne Blazejewski
Anke Buhl
Elena von Klitzing

Technische Universität Berlin
Fachgebiet Arbeitslehre/ Ökonomie und Nachhaltiger Konsum (ALÖNK)
Prof. Dr. Ulf Schrader (Verbundleitung)
Christoph Harrach, Marc Schmidt-Keilich, Viola Muster

Zentrum für Technik und Gesellschaft der TU Berlin (ZTG)

Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer
Elisabeth Süßbauer

Zeitraum: 2015 – 2018

www.imkon.de

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Between or beyond the lines of conflict? Dual identity processes in multinational corporations 

Kurzbeschreibung: While research on conflict in MNC has so far been concentrated on inter-unit or inter-organizational conflict (Pahl and Roth 1993; Gupta and Cao 2005; Kaufmann and Rössing 2005), more recently authors turn to the individual, micro level (cf. Dörrenbächer and Geppert 2006). In particular, individuals with a dual social identity (organizational or cultural) have been hailed as the ideal MNC boundary spanners and conflict mediators (Vora, Kostova et al. 2007; Barner-Rasmussen, Ehrnrooth et al. 2010; Brannen and Thomas 2010). Although the attention to individual actors and their identities in MNC is laudable and timely, the current research on dual identity boundary spanners leaves a number of questions unanswered.
The impreciseness of the role and/or identity concept in some of the literature apart, by focusing on identity researchers tend to lose sight of the contextual, political and motivational dimension of boundary spanning behavior in MNC. Even though individual actors hold two or more identities, when and how do they enact their repertoire in boundary spanning roles? The project critically takes stock of the research on dual identity in business research, sociology and psychology. It develops a theoretical framework of dual identity boundary spanning in MNC as a basis for empirical research.
Leitung: Prof. Dr. Susanne Blazejewski, Dr. Roksana Sopinka-Bujak
Zeitraum: 2011 – 2013

Projektbezogene Publikationen und Vorträge:

Blazejewski, Susanne (2011). Between the lines of conflict: Dual identity and boundary spanning in MNC. Presentation at the 2011 CMS conference in Naples, Italy.

Blazejewski, Susanne (2012). Beyond or betwixt the lines of conflict? Situated dual identity processes in MNC. Presentation at the 2012 EURAM conference in Rotterdam, Netherlands.

Blazejewski, Susanne (2012). Betwixt or beyond the lines of conflict? Biculturalism as situated identity in multinational corporations. Critical Perspectives on International Business. Vol 8/2: 111-135.

 
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