Wissenschaftliche Begleitung – Neue Oberstufe esbz-Berlin Zentrum

Die Evangelische Schule Berlin Zentrum erprobt seit dem Schuljahr 2015/16 ein neues Oberstufenkonzept, das vom Berliner Schulsenat als Schulversuch genehmigt wurde und auf dem pädagogischen Konzept der Sek I aufbaut.

Seit Sommer 2015 begleitet das Institut für empirische Forschung das Schulprojekt „Neue Oberstufe“ an der Evangelischen Schule in Berlin Zentrum, die für ihr übergeordnetes Projekt „Schule im Aufbruch bekannt geworden ist. Projektleiter der wissenschaftlichen Begleitung von Seiten der Alanus Hochschule ist Dirk Randoll, die Interviews vor Ort werden von Petra Ehrler durchgeführt, die das Projekt zurzeit auf Honorarbasis begleitet und dabei von Jürgen Peters unterstützt wird.

„Schule im Aufbruch“ geht von der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ) und der mittlerweile pensionierten Rektorin Margret Rasfeld aus Die ESBZ steht beispielhaft für die Entwicklung einer neuen Lern- und Schulkultur wie auch für jenen Perspektivenwechsel, den es nach Rasfeld und Breidenbach zur Transformation des traditionellen Bildungswesens in Deutschland braucht.

Die ESBZ wurde 2007 von engagierten Eltern gegründet. Träger ist die Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische-Oberlausitz. Sie ist eine von 16 Schulen, die 2008 vom Berliner Senat als einzige private Bildungseinrichtung im Rahmen des mittlerweile gesetzlich verankerten Projektes „Gemeinschaftsschule“ als Pilotschule benannt wurde. Die Eltern bringen sie sich mit ihren Talenten, Berufen, Netzwerken, Ideen etc. aktiv in das Schulgeschehen ein, sind also – gemäß dem Selbstverständnis der ESBZ – Mitgestalter des ‚lernenden Organismus Schule‘. 

Die ESBZ umfasst die Klassen 7-13, in denen 565 Schüler (315 in der Sek I; 250 in der Sek II) von einem 79 Personen umfassenden Team (Lehrer, Sozialpädagogen, Sekretariat und Hausmeister) schulisch betreut werden (Stand: Schuljahr 2015/16). Der ESBZ „vorgelagert“ ist die Evangelische Schule Berlin Mitte. Sie besteht aus den Klassen 1-6 und orientiert sich inhaltlich an der Pädagogik Maria Montessoris. Beide Schulen arbeiten an verschiedenen Standorten. Kernelemente des pädagogischen Konzeptes an der ESBZ sind: Aufhebung der äußeren Differenzierung und Inklusion; Förderung von Empathie und Teamverständnis; Aufbau einer wertschätzenden Beziehungskultur und Vertrauen; Peer Education; Unterstützung kreativen Denkens und Problemlösens; Vermittlung von Kommunikations- und Präsentationskompetenzen; Projekt Verantwortung; Lernen durch Fragen stellen; Lernen im Leben an Herausforderungen; Alle ins Ausland; Projektarbeit mit außerschulischen Partnern; Schüler als Experten in der Lehrerbildung; Coachen von Managern (Rasfeld und Spiegel 2012).

In ihrem „Curriculum der Zukunft“ orientiert sich die ESBZ an den am 25. September 2015 von allen 193 Mitgliedstaaten der UN unterzeichneten 17 „Global Goals“, dem „Zukunftsprogramm der Weltgemeinschaft“, welches eine konsequente Fortentwicklung der AGENDA 21 darstellt. Der ESBZ geht es v.a. darum, Schüler bei der Entwicklung jener Fähigkeiten und Fertigkeiten zu unterstützen, die sie für die Bewältigung der gegenwärtigen und auf sie zukommenden ökologischen, sozialen und politischen Herausforderungen benötigen. Dazu zählen neben der Fähigkeit, sich Wissen selbständig anzueignen, v.a. die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung, Einfühlungsvermögen, Sozialkompetenz, Mut zum Handeln, Demokratieverständnis, Kreativität, Perspektivenvielfalt und ein positives Selbstbild. Die Entwicklung und Förderung dieser (u.a.) Metakompetenzen in bzw. durch Schule erfordern ein neues Verständnis von Bildung und Erziehung, was auch strukturelle Veränderungen, die Einführung neuer Lernformen bzw. Lernformate sowie die Überwindung der traditionellen Lehrerrolle zur Folge hat.

 
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