MEDIA PROTECT

Effectiveness of a brief parental intervention to prevent problematic screen media use in children four to seven years of age - a prospective cluster randomized trial (Wirksamkeit einer Elternintervention zur Prävention von problematischer TV Mediennutzung bei 4–7-jährigen Kindern. Eine prospektive Cluster-randomisierte Studie - im Forschungskonsortium Health Literacy in Childhood and Adolescence (HLCA).

Antragssteller: Prof. Dr. Eva-Maria Bitzer (Pädagogische Hochschule Freiburg - Evaluation), PD Dr. Thomas Mößle und Dr. Paula Bleckmann (beide Intervention).

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (Gesamtfördervolumen € 362.000; Anteil Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen: € 124.000). 

Zusätzliche Förderung zur Entwicklung der Intervention durch den Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) (€ 120.000).

Die primäre Prävention problematischer Nutzung ist ein vernachlässigtes Forschungs- und Praxisfeld, obwohl immer jüngere Altersgruppen einen immer größeren Anteil ihrer Zeit vor Bildschirmmedien verbringen.

Ein universeller präventiver Ansatz wurde international erfolgreich implementiert, aber in Deutschland – mit Ausnahme einiger erfolgsversprechenden Ansätze, welche noch der Evaluation ihrer Effektivität bedürfen – ignoriert. Die einzige deutsche RTC evaluierte universelle Intervention zeigt eine kurzzeitige Reduktion der Bildschirmgeräte im Schlafzimmer, eine Reduktion der dysfunktionalen Nutzung sowie eine Verbesserung der Schulleistung. Basierend auf diesen Befunden wurde ein neues Programm mit Zielgruppe Eltern zur Reduktion problematischer Mediennutzung entwickelt, welches sowohl aktuelle neuropsychologische und psychosoziale Aspekte berücksichtigt, als auch Befunde der Medienwirkungsforschung zu Risikofaktoren für pathologischen Gebrauch von Internet und Videospielen mit einbezieht (Bleckmann et al 2014). Ferner spricht ein neuer, integrativer Ansatz alle drei Ebenen problematische Mediennutzung (Zeit, Inhalt, Funktionalität) an. Ziel ist eine Reduktion der Bildschirmzeiten und der Ausstattungsquoten mit Bildschirmgeräten in Kinderzimmern durch Information und alltagstaugliche Ratschläge für Eltern.

Die inhaltliche Konzeption und Weiterentwicklung des Programms, die Schulung der Multiplikatoren und die Projektkoordination für die Umsetzung des Programms werden bisher von Prof. Paula Bleckmann (Alanus Hochschule) und PD Dr. Thomas Mößle (KFN) gemeinsam durchgeführt. Die Einrichtung einer zusätzlichen Projektkoordinationsstelle für die ab 2017 geplante bundesweite Ausrollphase des Programms an der Alanus Hochschule ist in Planung.

Literatur: Bleckmann, P.; Rehbein, F.; Seidel, M.; Mößle, T. (2014): MEDIA PROTECT – a program targeting parents to prevent children´s problematic use of screen media. In: Journal of Children´s Services 9 (3), S. 207–219.

 
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