Evaluation des selbstverwalteten, berufsbegleitenden Waldorflehrer-Seminars in Ravensburg

Es geht um eine Evaluation des selbstverwalteten berufsbegleitenden Seminars zur Waldorfpädagogik in Ravensburg. In der Zeit des gut zwanzigjährigen Bestehens haben dort etwa 150-200 Seminaristen selbstverantwortlich gelernt und das Seminar selbst betrieben. Dabei waren rund. 30-40 Referenten/Dozenten für einzelne Kurse oder Wochenenden tätig.

1990 wurde mit meiner Begleitung ein berufsbegleitendes Seminar in Ravensburg im Rahmen der Vorbereitung der Gründung einer Waldorfschule gegründet. Es war von Anfang an so angelegt, dass erwachsenengerechtes Lernen auf allen Ebenen praktiziert werden sollte. So gab es keine Seminarleitung, sondern eine Seminarbegleitung durch Herrn Harslem in den ersten acht Jahren. Anfangs begann alle drei Jahre ein neuer Kurs, der von dem vorhergehenden Kurs in das Konzept eingeführt wurde. Später gab es auch Parallelkurse, was zu positiven Synergieeffekten führte.

Die Seminaristen gründeten einen eigenen Verein als Träger. Der oder die jeweils laufenden Kurse sind die Mitglieder des Vereins und tragen das Seminar auch in rechtlicher und finanzieller Hinsicht. Die Seminaristen organisieren ihr Seminar selbst und haben dazu eine wöchentliche Konferenz während ihrer Seminarzeit. Das bedeutet, dass Selbstverwaltung, Projektmanagement, Konferenzleitun ein Teil des Curriculums sind. Das Curriculum wird vom jeweiligen Kurs selbst erarbeitet. Dazu verschafft sich jeder Kurs einen Überblick über die Anforderungen an eine Waldorflehrer-Ausbildung und stimmt diese mit den Lernbedürfnissen des Kurses ab. So ergeben sich jeweils leichte Modifikationen des grundlegenden Curriculums. Die Auswahl und vertragliche Verpflichtung der Referenten/ Dozenten erfolgt durch die Seminaristen. Die laufende Zusammenarbeit mit dem Seminarbegleiter soll die Qualität der Ausbildung und das erwachsenengerechte Lernen im Prozess garantieren.

Die Ausbildung dauert drei Jahre mit jeweils einem Nachmittag und Abend pro Woche und einem Wochenende pro Monat. Am Ende des dritten Jahres gibt es einen Abschluss, der einen künstlerischen Abschluss, eine inhaltliche Abschlussarbeit und ein Abschlusskolloquium umfassen kann. Das wurde von den verschiedenen Kursen unterschiedlich gehandhabt.

Von Seiten der Alanus Hochschule hat Jürgen Peters die Verantwortung für die Durchführung der Evaluation übernommen. Die Interviews vor Ort werden von Petra Böhle durchgeführt und ausgewertet, die die Evaluation auf Honorarbasis unterstützt.

 
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