Unter dem Motto „Wachsen mit Sinn“ versammelten sich am 27. Januar
Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zum 5. Unternehmertag an der
Alanus Hochschule. Gemeinsam setzten sie sich kritisch, künstlerisch
und philosophisch mit den Perspektiven eines nachhaltigen Wachstums in
der Wirtschaft auseinander. Katharina Funke und Florian Boukal,
wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachbereich Wirtschaft der Alanus
Hochschule, berichten:
Dass in Zeiten der Wirtschaftskrise viel darüber diskutiert wird, wie man wieder zu mehr Wachstum kommen kann, verwundert nicht. In der Regel drehen sich diese Diskussionen um Fragen nach einen „Turnaround“ oder der Erreichbarkeit positiven Wachstums. Nicht so an der Alanus Hochschule.
Im einleitenden Beitrag wies Fachbereichsleiters Prof. Dr. Lars Petersen am Beispiel des Innovations- und Technologiemanagements auf die Komplexität und Diskontinuität wirtschaftlichen Wachstums hin. Darauf folgend beschäftigte sich Prof. Dr. Marcelo da Veiga, Rektor der Alanus Hochschule, aus philosophischer Perspektive mit dem Thema „Ständiges Wachstum – Weg oder Abweg?“ Er kam unter anderem zu dem Schluss, dass eine wesentliche Dimension nachhaltigen Wachstums die eines ressourcenschonenden Umgangs mit der Natur sei. Er forderte „mehr Realwirtschaft und Schenkung in Bildung und Kultur, anstatt spekulativer Geldvermehrung“.
Ganz in diesem Sinne konstatierte Andreas Neukirch, Vorstand der GLS Gemeinschaftsbank in seinem Vortrag, dass Geld anlegen bedeutete, Gesellschaft zu gestalten und verdeutlichte, dass Geld als aktivierendes Element individueller und gesellschaftlicher Entwicklungsfelder dienen kann. Die Mitglieder der Studenteninitiative Wi.n.d des Fachbereichs Wirtschaft drückten es in ihrem Beitrag so aus: „nicht höher, weiter, schneller, sondern tiefer, näher, aufmerksamer“ soll die Maxime des Wirtschaftens sein.
Die künstlerische Herangehensweise an das Thema wurde durch Sandra Freygarten in ihrem interaktiven Beitrag zum Thema „Wann ist es fertig? – Wachsen im schöpferischen Prozess“ vertreten. Daran anschließend wies Prof. Dr. Götz E. Rehn, Geschäftsführer von Alnatura und Honorarprofessor an der Alauns Hochschule, in seinem Vortrag auf die Chancen und Herausforderungen des Gestalten-Könnens und -Dürfens hin. Rehn betonte die Schlüsselrolle des Denkens, durch das der Mensch erst die „Sinnhaftigkeit“ einer Handlung erkennen und bestimmen könne. So geht es laut Rehn beim Thema Nachhaltigkeit weniger um die Bestimmung von Richtlinien oder „CO 2-Fußabdrücken“, sondern vielmehr um ein ganzheitliches Erkennen dessen, was „sinnvoll für Mensch und Erde“ ist.