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BESSELkunst
Urbanes Kunstprojekt
Von Ende Mai bis Ende Juni haben 24 Studierende der Bildhauerei und Malerei In Berlin unter Leitung von Jochen Breme künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum durchgeführt. Die Aktionen und Ausstellungen konzentrierten sich in der Gegend um den Besselpark in Kreuzberg.
Die Gegend, in der 1945 die Altbebauung weitgehend zerstört worden war und die durch die Teilung der Stadt ihre zentrale Lage verloren hatte, war vor der Wende zu einem städtebaulich vernachlässigten Randgebiet Westberlins geworden. Auch heute führt sie noch, obwohl unmittelbar in der Nähe der Friedrichstraße gelegen, ein Schattendasein. Es gibt jedoch inzwischen eine allmählich einsetzende kulturelle Aufbruchsituation - rund 40 Galerien haben sich hier angesiedelt. Zudem gibt es aktuell eine kulturpolitische Bewegung im Stadtteil: Eine Bürgerinitiative setzt sich für die Einrichtung einer Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst in dem Gebäude des ehemaligen  Blumengroßmarktes am Besselpark ein.

Diese Situation bildete den Hintergrund des Projektes, zu dem Helmut Riethmüller, Geschäftsführer des FORUM Berufsbildung Berlin, eingeladen hatte.

Die einzelnen Teilnehmer haben sich während des Projekts mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen auseinander gesetzt. Das Spektrum reichte von der Suche nach individuellen Arbeitsansätzen bis zu allgemein strukturellen Fragen.

Im Einzelnen ging es beispielsweise darum,

… während des permanent offenen Prozesses die Organisationsstrukturen und Arbeitsformen ständig neu zu entwickeln. So wurde z.B. wöchentlich das BESSEL-Büro den aktuellen Bedürfnissen durch eine Umgestaltung angepasst.

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… alle Aktivitäten als Teil des gemeinsamen Werkes zu betrachten und offen zu legen. In dem von der Straße einsehbaren und für Publikum geöffneten Büro konnten Planung, Vorbereitung, Kuratierung, Ausführung, Dokumentation und Reflexion sowohl individueller Arbeiten als auch des Gesamtprojektes stattfinden.

… einen Schwerpunkt auf gemeinsame Aktionen zu legen und dabei Entscheidungen auf der Grundlage von gemeinsam entwickelten Bildern und der permanent veränderten Orts- und Gruppensituation zu treffen. In den ersten zwei Wochen fanden Interventionen in wechselnden Kleingruppen und in der ganzen Gruppe statt. z.B.:  Aktion „Pfütze“, Aktion „Osteuropäische Arbeitskräfte“, Aktion „Frau Holle“, Aktion „Humboldt Universität“.

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… den eigenen Werkansatz zu suchen und weiter zu verfolgen. In den letzten drei Wochen wurde individuell bzw. in festen Gruppen an Projekten gearbeitet.

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… von Seiten einiger Projektteilnehmer der Forschungsfrage nachzugehen, welche Formen für Hochschule und Studium  entwickelt werden können. Hierbei ging es um die fortlaufende Entwicklung von angemessenen Arbeitsstrukturen, die nicht von außen vorgegeben, sondern individuell geprägt sind. Das Hinterfragen der Funktionen des Lernens und Lehrens und der Rollensituation „Student“/“Professor“ gehörte beispielsweise zu diesem Fragekomplex. Ebenso wie die aktuelle Entwicklungssituation an der Alanus Hochschule bildete hierbei die allgemeine Hochschulsituation in Deutschland den Hintergrund: Während des Projektes fanden in unmittelbarer Nähe große Studentendemonstrationen gegen die Folgen des Bolognaprozesses statt.

… Konventionen der Kunstvermittlung zu unterlaufen und neue Formen zu entwickeln. Vier Studentinnen gründeten im Rahmen des Projektes die GALERIE BESSEL. Diese richtete ohne Bindung an einen festen Ausstellungsraum und an kommerzielle Absichten wöchentlich 1-2 Vernissagen aus. Dabei kam nicht die Kunst in die Galerie, sondern diese kam zur Kunst. Dadurch, dass die Galerie in der Projektzeit auch Berliner Künstler vorstellte, erfuhr das Projekt eine Einbindung in das örtliche Kunstgeschehen. Am Ende organisierte die GALERIE BESSEL  - zeitgleich mit Ausstellungseröffnungen anderer Galerien am Besselpark - für jedes einzelne Projekt eine Ausstellungseröffnung: eine Nacht der Vernissagen als abschließender und zusammenfassender Rahmen des Projektes BESSEL.

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Hier geht es zur temporären Galerie des Pojekts: link_fenster www.galeriebessel.de