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Neue Lehrerbildung an der Alanus Hochschule
Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft im Dialog
Alfter, 19. März 2007

An der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn beginnen im Herbst 2007 drei neue Studiengänge in der Lehrerbildung, die in Kooperation mit der Universität Paderborn entwickelt wurden.

  1. Lehramt Kunst für Gymnasien und Gesamtschulen in Kombination mit Reform- und Waldorfpädagogik,
  2. Master of Arts in Pädagogik für Hochschulabsolventen, die als Quereinsteiger in den Lehrerberuf wechseln wollen, sowie für berufserfahrene Pädagogen, die sich in Forschung und Schulentwicklung weiterqualifizieren wollen,
  3. Master of Arts in Eurythmiepädagogik, der für den Unterricht im künstlerischen Bewegungsfach Eurythmie qualifiziert.

Alle drei Studiengänge an der staatlich anerkannten Kunsthochschule zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Bereich der erziehungswissenschaftlichen Studien Inhalte und Methoden der Waldorfpädagogik im Sinne eines kritischen Dialogs einbeziehen.

Der link_normal Lehramts-Studiengang Kunst , der in Zusammenarbeit mit den künstlerischen Fachbereichen konzipiert wurde, legt den Schwerpunkt auf die künstlerische Qualifizierung und Entwicklung: Kunst wird als alleiniges Unterrichtsfach studiert. Nach neun Semestern Regelstudienzeit schließt der Studiengang mit der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen ab und befähigt gleichzeitig für den Unterricht an Reformschulen, insbesondere an Waldorfschulen. Sobald die Genehmigung durch die zuständigen Ministerien erteilt wurde, was voraussichtlich in wenigen Monaten erfolgt, wird es damit zu ersten Mal möglich sein, ein Lehramts-Staatsexamen an einer privaten Universität zu erhalten.

Der link_normal Master-Studiengang Pädagogik kann, je nach berufsbiografischer Situation der Studenten, mit zwei alternativen Schwerpunkten studiert werden. Der Schwerpunkt Schule und Unterricht bereitet auf einen Unterrichtseinsatz in Waldorfschulen und Regelschulen gleichermaßen vor und ist für Hochschul-Absolventen geeignet, die als Quereinsteiger in den Lehrberuf wechseln wollen. Der Schwerpunkt Pädagogische Praxisforschung befähigt berufserfahrene Pädagogen, ihre berufliche Praxis im Rahmen eigenständig entwickelter Forschungsvorhaben zu untersuchen, zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Bei beiden Schwerpunkten wird zudem ein besonderer Wert auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung gelegt, die unter anderem durch eigene Kunstprojekte und Inhalte aus Kultur- und Geisteswissenschaften angeregt werden soll. Neben der fachlichen und methodischen Qualifikation ermöglicht dieser Studiengang, das akademische und das anthroposophische Wissenschaftsverständnis in einen konstruktiv-kritischen Dialog zu bringen und die Potentiale beider Ansätze zu nutzen. Die Akkreditierung erfolgt voraussichtlich im Sommer 2007. Der Studiengang ist so organisiert, dass er berufsbegleitend absolviert werden kann.

Das dritte Studienprogramm, der link_normal Master in Eurythmiepädagogik , dessen Akkreditierung kurz bevor steht, richtet sich an Absolventen, die ein Studium in Fach Eurythmie absolviert haben und sich für den Beruf des Eurythmiepädagogen qualifizieren wollen. Dieser Studiengang zeichnet sich durch künstlerische Vertiefung und intensive fachdidaktische Studien in Eurythmie aus. Kunst- und Kulturwissenschaften sowie Erziehungswissenschaft sorgen für eine wissenschaftliche Fundierung. Waldorfpädagogik und Anthroposophie werden im kritischen Dialog mit Erziehungswissenschaft und Erkenntnistheorie konsequent in das Studium integriert. Praktika und Hospitationen ermöglichen die berufspraktische Vorbereitung. Zudem können ausgebildete Eurythmisten bereits während des Studiums im Rahmen einer Teilanstellung unterrichten, denn das Studium ist berufsbegleitend in Form von Blockseminaren und Wochenendkursen organisiert.

Kontakt und weitere Informationen
Michael Roth
Fachbereich Bildungswissenschaften
Tel.: 02222-9321-177
E-mail: michael.roth[at]alanus.edu