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Kunst im Dialog
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Das Institut für Kunst im Dialog
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Das künstlerisch-wissenschaftliche Institut für Kunst im Dialog greift einen Leitgedanken der Alanus Hochschule – den Zusammenhang von Kunst und Gesellschaft – auf und behandelt ihn in Lehre und Forschung. Hervorgegangen ist das Institut aus den Erfahrungen und Ergebnissen des Modellversuchs “Künstler in sozialen Arbeitsfeldern” (1985 – 1989), der vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gefördert wurde.

Leitgedanke
Charakteristisch für heutige Lebensverhältnisse ist die zunehmende Individualisierung der Lebensverhältnisse, mit der Kontinuität, Stabilität und Verlässlichkeit im beruflichen und privaten Umfeld abnehmen und sich herkömmliche Lebens- und Deutungsmuster auflösen. Damit müssen die Menschen immer mehr selbst entscheiden und gestalten, was ihnen in traditionellen Gesellschaften vorgegeben war:
Um dem ständigen Wandel der Lebensbedingungen gewachsen zu sein, müssen sie beweglich und mutig mit offenen Prozessen umgehen – und das heißt: Ihr Leben in vielen Bereichen wie einen künstlerischen Prozess führen. Künstlerisch handeln zu können, wird zu einer Grundkompetenz des modernen Menschen. Er muss bereit und fähig sein, sich immer neuen Situationen auszusetzen, ein hohes Maß an Unwägbarkeiten zu bewältigen sowie durch Krisen und Unsicherheiten hindurchzugehen. Das kann er durch die Auseinandersetzung und Beschäftigung mit der Kunst und in eigenen kunstpraktischen Erfahrungen lernen.

Hier liegt eine Aufgabe der Kunst in der modernen Gesellschaft und ihr Beitrag zur Bewältigung der Moderne, in der eben nicht nur der Professionelle, sondern jeder Mensch ein Künstler sein muss. Professionelle Künstler können die Wegbereiter und Träger dieser Bedeutung der Kunst sein, indem sie Menschen anleiten und dabei unterstützen, Gestalter ihres Lebens zu werden und ihren Alltag – vor allem auch ihren Arbeitsalltag – „künstlerisch“ zu bewältigen.

Aufgaben des Instituts
Das Institut sieht seine Aufgabe darin, diese Zusammenhänge zu erforschen und damit den Dialog zwischen der Welt der Kunst und den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft zu fördern. Insbesondere bereitet es Künstler unterschiedlicher Fachrichtungen durch entsprechende Lern- und Professionalisierungsangebote auf ihre Berufstätigkeit und Wirksamkeit in der Gesellschaft vor – zum einen durch die Vermittlung praktisch-beruflichen Wissens, zum anderen dadurch, dass es Künstlern hilft, sich neue Arbeitsfelder außerhalb von Atelier und Bühne und außerhalb von Schule und Therapie zu erschließen.

Diese Arbeitsfelder der „Kunst im gesellschaftlichen Raum“ reichen von der Vermittlung von Kunst bis zur künstlerischen Arbeit mit:
• Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen
• Gruppen mit besonderen Lernanforderungen und Schulungsbedarf (wie Auszubildenden, Mitarbeitern und Führungskräften)
• Randgruppen der Gesellschaft und sozial benachteiligten Menschen
• Menschen mit speziellen biographischen Fragestellungen und Entwicklungsbedarf

Die kulturpolitischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben unter anderem zu einer Erweiterung des Rollenverständnisses von Künstlern beigetragen und so einen Bedarf an zusätzlicher Qualifizierung entstehen lassen, dem in verschiedenen Studienangeboten an der Alanus Hochschule, in Weiterbildungsangeboten des Alanus Werkhaus und in anderen Feldern Rechnung getragen wird.