Interview mit Indra Henn vom 2. Juni 2009

Was studieren Sie an der Alanus Hochschule und seit wann?

Im September 2004 bin ich nach Alfter gekommen. Vier Jahre später, wieder im September, schloss ich die erste Etappe meines Studiums mit dem Diplom in Malerei und der Zusatzqualifikation Kunsttherapie ab. Jetzt absolviere ich als zweite Etappe das Masterstudium der Bildenden Kunst und das Masterstudium der Kunsttherapie.

Wie sieht ein normaler Tagesablauf aus?

Ein Unterrichtstag beginnt meist damit, dass ich mir den Wind um die Nase wehen lasse, während ich mit meinem Fahrrad zum neuen Campus eile. Zum Abschluss eines Tages genieße ich gerne die letzten Sonnenstrahlen und schaue in der Umgebung des kleinen Alfters umher. Was dazwischen passiert ist sehr verschieden. Ich höre von Methoden und Ansätzen der Kunsttherapie, von Medizin, Forschung, Psychologie, Diagnostik und Materialeigenschaften. Außerdem lerne ich von anderen, höre ich in mich hinein, zeichne, baue und schaue.

Woran arbeiten Sie momentan?

Am bewussten Umgang mit Zeit und an meiner Sehschärfe.

Aus welchen Gründen haben Sie sich für ein Studium
an der Alanus Hochschule entschieden?

Mich hat die Möglichkeit begeistert, Kunst intensiv studieren zu können und zeitgleich Einblicke in die Kunsttherapie in Form eines Zusatzstudiums zu erhalten. Auch hat mich die Lage und Stimmung, die den Johannishof und das Schloss der Hochschule umgab, fasziniert und angezogen.

Welche Erfahrung während des Studiums hat Sie besonders geprägt?

Innerhalb meiner Studienzeit gab es eine Menge Veränderungen und Umbrüche am Johannishof. Was stetig blieb ist die Alanus Hochschule als ein besonderer Ort mit individuellen und hilfsbereiten Menschen, die einen lebensbereichernden Austausch suchen. An den Veränderungen am Johannishof und innerhalb meines Studiums konnte ich durch Bleiben, Vergehen und Festhalten Selbstbestimmung erlernen und wertschätzen. Darüber hinaus war ich durch das Studieren von zwei Fächern aufgerufen, an einer Zeiteinteilung zu arbeiten, die Arbeit und Freiraum in einem guten Maß vereint. Die Wahrnehmungsschulung durch das Kunst- und Kunsttherapiestudium ließ ein differenziertes, sensibles Wahrnehmungsvermögen in mir heranwachsen, das für mich zu einer Lebensbereicherung geworden ist: Es lässt mich mit bewussteren Augen in die Welt blicken und in ihr handeln.

Was motiviert Sie in Ihrem Studium?

Die intensive Begegnung mit Material, Mensch und im besten Fall Kunst und Heilung und die Reflexion mit Freunden, Mitstudenten und Dozenten bei der die gewonnene Einsamkeit mit der Welt plötzlich wieder kleiner zu sein scheint; die unbändige Stärke die entsteht, wenn gemeinsam ein künstlerisches Projekt in Angriff genommen wird und das gute Gefühl eine Tätigkeit gefunden zu haben, die ich guten Gewissens in die Welt tragen kann.

Welche Pläne haben Sie für die Zeit nach dem Abschluss?

Für eine Zeit in Schweden zu leben und zu arbeiten und das Erlernte über den geschützten Rahmen hinaus individuell umzusetzen.

Wovon sollten Ihrer Meinung nach mehr Menschen Notiz nehmen?

Von der Feinheit der Welt.

Wenn Sie für einen Tag als Köchin in der Alanus Mensa arbeiten dürften, welches Gericht würden Sie zubereiten?

Reis mit Kichererbsen und Curry und zum Nachtisch Erdbeertorte mit Schlagsahne.

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